14.03.2018, 18:26 Uhr

Washington (AFP) Mit Schweigeminute und Slogans gegen Schusswaffengewalt

Schülerprotest gegen Schusswaffengewalt vor dem Kapitol in Washington. Quelle: AFP/JIM WATSON (Foto: AFP/JIM WATSON)Schülerprotest gegen Schusswaffengewalt vor dem Kapitol in Washington. Quelle: AFP/JIM WATSON (Foto: AFP/JIM WATSON)

Schülerproteste in den USA einen Monat nach Florida-Massaker

Einen Monat nach dem Schulmassaker von Florida haben Schüler in den gesamten USA für Restriktionen im laxen Waffenrecht und gegen die grassierende Schusswaffengewalt demonstriert. In zahlreichen Städten verließen Schüler um Mittwochvormittag (Ortszeit) den Unterricht und hielten eine Schweigeminute für die 17 Todesopfer des Blutbads in Parkland ab.

In Washington demonstrierten tausende Schüler vor dem Weißen Haus und dem Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses. An einer Oberschule im Ostküstenstaat New Jersey stellten sich Schüler auf dem Football-Feld so auf, dass sie ein großes Herz bildeten - eine Hommage an die Opfer des Blutbads am Valentinstag.

Eine ähnliche Aktion gab es an einer High School in Los Angeles. Dort legten sich Schüler in einer solchen Anordnung auf den Rasen des Footballplatzes, dass das Ort "Enough" ("Genug") entstanden.

Nach der ursprünglichen Planung sollte der "National School Walkout" (etwa: "Nationaler Auszug aus der Schule") 17 Minuten dauern - eine Minute für jeden Toten. Doch viele Schüler kamen erst gar nicht zum Unterricht und gingen direkt zu den Protesten.

In Washington riefen die jungen Demonstranten Slogans wie "Nie wieder!" und "Genug ist genug!". Auf Schildern forderten sie "Schützt Kinder, nicht Waffen" und "Bücher, nicht Kugeln". Die Proteste richteten sich auch gegen die politisch einflussreiche Waffenlobby NRA.

Vor dem Kapitol bekamen die jungen Demonstranten Gesellschaft von Parlamentariern der oppositionellen Demokraten. Der frühere Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders rief den Schülern zu: "Ihr, die jungen Leute dieses Landes, führt die Nation an." Die Menschen seien die Schusswaffengewalt leid. Es sei an der Zeit, sich gegen die NRA zu erheben, sagte Sanders.

Überlebende des Massakers von Parkland hatten die aktuelle Kampagne zur Verschärfung des Waffenrechts unter dem Slogan "Never again" (Nie wieder) gestartet. Für den 24. März planen die jungen Aktivisten eine Großdemonstration in der Hauptstadt.

In Florida zeigten die Proteste bereits Wirkung. Dort setzte Gouverneur Rick Scott am vergangenen Freitag ein neues Waffengesetz in Kraft, das unter anderem das Mindestalter für Waffenkäufe in dem Bundesstaat von 18 auf 21 Jahre heraufsetzt.

In Washington brachten die Proteste bislang hingegen keine konkreten Ergebnisse hervor. Präsident Donald Trump sprach sich zwar zeitweise für deutliche Gesetzesverschärfungen wie eine Heraufsetzung des Mindestalters für den Waffenkauf aus, rückte dann aber wieder davon ab. Die Altersgrenze und andere Fragen delegierte er an eine Kommission.

In einem vor einigen Tagen vorgelegten Plan legt die Trump-Regierung den Schwerpunkt auf die Ausbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten an der Waffe - ein Vorhaben, das von der NRA unterstützt wird.


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