14.03.2018, 13:21 Uhr

London (AFP) May verkündet harte Vergeltungsmaßnahmen gegen Russland nach Giftanschlag

May spricht vor dem Unterhaus. Quelle: PRU/AFP/HO (Foto: PRU/AFP/HO)May spricht vor dem Unterhaus. Quelle: PRU/AFP/HO (Foto: PRU/AFP/HO)

23 Diplomaten werden ausgewiesen - Bilaterale Kontakte auf Eis gelegt

Als Reaktion auf den Giftanschlag von Salisbury hat die britische Regierung harte Vergeltungsmaßnahmen gegen Russland verhängt. Die britische Premierministerin Theresa May kündigte am Mittwoch die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten aus Großbritannien an. Die bilateralen Kontakte zwischen beiden Ländern sollen auf Eis gelegt werden. Zur bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sollen weder Regierungsmitglieder noch Vertreter des Königshauses anreisen.

May ließ keinen Zweifel daran, dass sie offizielle Vertreter Russlands als Drahtzieher des Giftanschlags auf den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter betrachtet: "Der russische Staat ist des versuchten Mordes schuldig", sagte sie vor dem Unterhaus in London.

Die Premierministerin gab den 23 russischen Diplomaten eine Woche Zeit, das Land zu verlassen. Es handle sich um die "größte Ausweisung seit mehr als 30 Jahren", sagte sie.

Die Ausgewiesenen seien als "russische Geheimdienstmitarbeiter identifiziert" worden. Es würden "alle hochrangigen diplomatischen Kontakte ausgesetzt", fügte May hinzu. Insgesamt waren zuletzt 59 Russen als Diplomaten in Großbritannien akkreditiert.

May übte in ihrer Rede vor dem Parlament scharfe Kritik an Russlands Staatschef Wladimir Putin. "Viele von uns haben mit Hoffnung auf das post-sowjetische Russland geblickt", sagte sie. "Wir hatten uns bessere Beziehungen gewünscht, und es ist tragisch, dass Präsident Putin nun diesen Weg gewählt hat."

Der 66-jährige frühere russische Agent Skripal und seine 33-jährige Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Parkbank aufgefunden worden. Sie wurden mit lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die britische Regierung vermutet aufgrund des verwendeten Nervengifts Russland hinter dem Giftanschlag. Sie stellte Moskau ein Ultimatum bis Dienstag um Mitternacht, sich zu dem Fall zu erklären, und drohte Russland mit Sanktionen. Die russische Regierung wies das Ultimatum zurück und ließ es verstreichen.


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