14.03.2018, 07:02 Uhr

Tokio (AFP) Agenturen: Japans Regierung erwägt Gipfel von Abe und Kim Jong Un

Japans Regierungschef Shinzo Abe. Quelle: AFP/Archiv/Kazuhiro NOGI (Foto: AFP/Archiv/Kazuhiro NOGI)Japans Regierungschef Shinzo Abe. Quelle: AFP/Archiv/Kazuhiro NOGI (Foto: AFP/Archiv/Kazuhiro NOGI)

Tokio will im Nordkorea-Konflikt nicht abgehängt werden

Nach der überraschenden Zusage von US-Präsident Donald Trump zu einem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un erwägt Medienberichten zufolge auch Japans Regierungschef Shinzo Abe ein Treffen mit Kim. Ein solches Gipfeltreffen werde geprüft, um im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm nicht ins Hintertreffen zu geraten, berichteten die japanischen Nachrichtenagenturen Kyodo und Jiji am Mittwoch. Von offizieller Seite gab es dafür keine Bestätigung.

Regierungssprecher Yoshihide Suga wollte die Berichte allerdings auch nicht ausdrücklich dementieren. "Wichtig ist, dass die drei Länder Japan, USA und Südkorea ihre Politik weiterhin eng abstimmen", sagte er vor Medienvertretern zum Umgang mit Nordkorea.

Japan wolle "Fortschritte" machen bei seinen Bemühungen, eine "umfassende Lösung" im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm sowie um die Verschleppung japanischer Staatsbürger zu erzielen, sagte Suga. Daher werde die japanische Regierung "unseren Weg voran aus der Perspektive des wirksamsten Ansatzes prüfen".

Japan hat lange eine harte Haltung zu Verhandlungen mit Pjöngjang eingenommen und vor Gesprächen mit Nordkorea als Selbstzweck gewarnt. Experten zufolge hat die Aussicht auf ein Treffen von Trump und Kim sowie auf Gespräche zwischen Nord- und Südkorea allerdings ein Umdenken in Tokio bewirkt.

Japan befürchtet demnach, dass bei den diplomatischen Bemühungen der USA Japans Anliegen außer Acht gelassen werden könnten, auch Nordkoreas Kurzstreckenraketen sowie die während des Kalten Krieges von Nordkorea verschleppten Japaner einzubeziehen. Der Korea-Experte Kan Kimura von der Universität im japanischen Kobe sagte der Nachrichtenagentur AFP, Tokio sei durch die jüngsten diplomatischen Aktivitäten im Nordkorea-Konflikt "abgehängt" worden. "Die Dinge gehen ohne Japan voran", warnte er.

Der bislang letzte japanische Regierungschef, der Nordkoreas Staatschef traf, war Junichiro Koizumi. Er traf 2004 mit Kim Jong Uns Vater und Amtsvorgänger Kim Jong Il zusammen.


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