08.03.2018, 12:01 Uhr

Hamburg (AFP) IG Metall warnt Flugzeugbauer Airbus vor "übertriebenem Stellenabbau"

Eine Endmontagehalle bei Airbus in Hamburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Christian Charisius (Foto: dpa/AFP/Archiv/Christian Charisius)Eine Endmontagehalle bei Airbus in Hamburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Christian Charisius (Foto: dpa/AFP/Archiv/Christian Charisius)

Gewerkschaft sieht keinen Grund für Entlassungen und will genaue Informationen

Die Gewerkschaft IG Metall hat Airbus angesichts der Debatte um mögliche Produktionssenkungen in bestimmten deutschen Werken vor einem "überzogenen Stellenabbau" gewarnt. Der Flugzeugbauer habe "insgesamt gut zu tun", erklärte der Leiter des norddeutschen IG Metall-Bezirks Küste, Meinhard Geiken, am Donnerstag in Hamburg. Es sollte daher am Ende auch möglich sein, "allen betroffenen Mitarbeitern in anderen Programmen am Standort Arbeitsplätze anzubieten".

Das Unternehmen hatte am Mittwoch nach einem Treffen mit dem europäischen Gesamtbetriebsrat in Toulouse mitgeteilt, sinkende Produktionsraten in bestimmten Baureihen könnten bis zu 3700 Stellen betreffen. Details sind bisher unklar.

Laut der französischen Gewerkschaft Force Ouvrière (FO) sollen 1900 davon in Deutschland sein. Demnach geht es allerdings nicht um betriebsbedingte Kündigungen. Das Unternehmen selbst erklärte dazu, es sei "zuversichtlich, den meisten der betroffenen Mitarbeitern (...) neue Stellen innerhalb des Unternehmens anbieten zu können".

Auch die IG Metall Küste verwies am Donnerstag auf den vor mehreren Jahren abgeschlossenen Zukunftstarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen bei Airbus bis zum Jahr 2020 ausschließt. Diese Bedingung sei Grundlage für den von der Geschäftsleitung angekündigten Dialog über die geplanten Maßnahmen. Die Gewerkschaft erwarte nun, dass die Arbeitnehmergremien in Deutschland "voll umfänglich" über sämtliche mögliche Auswirkungen informiert würden, um sich ein Bild zu machen.

Airbus produziert unter anderem an Standorten in Hamburg, Bremen, Stade und Augsburg. Dort werden auch Teile für den Militärtransporter A400M und den Riesen-Airbus A380 gefertigt, die als Sorgenkinder des Konzerns gelten.


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