08.03.2018, 04:42 Uhr

Peking (AFP) China: USA und Nordkorea sollten so bald wie möglich Gespräche aufnehmen

Chinas Außenminister Wang ist vorsichtig optimistisch. Quelle: AFP/Archiv/GREG BAKER (Foto: AFP/Archiv/GREG BAKER)Chinas Außenminister Wang ist vorsichtig optimistisch. Quelle: AFP/Archiv/GREG BAKER (Foto: AFP/Archiv/GREG BAKER)

Außenminister vorsichtig optimistisch nach Vereinbarungen Seouls und Pjöngjangs

China hat die USA und Nordkorea aufgefordert, so bald wie möglich Gespräche aufzunehmen. "Wir rufen die Parteien auf, vor allem die Vereinigten Staaten und die Demokratische Volksrepublik Korea, eher früher als später einen Dialog aufzunehmen", sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Donnerstag in Peking. Er begrüßte das von Seoul übermittelte Angebot Nordkoreas, im Gegenzug für Sicherheitsgarantien mit den USA über eine Denuklearisierung zu sprechen.

"Das Thema der koreanischen Halbinsel hat endlich einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung genommen", sagte Wang vor Journalisten. Diesen ersten Schritten müssten nun "entsprechende und konzertierte Bemühungen der Parteien" folgen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte Anfang der Woche bei einem Treffen mit einer südkoreanischen Delegation einem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In zugestimmt. Nach Angaben aus Seoul sagte die Führung in Pjöngjang zu, während der Dialogphase ihre Atom- und Raketentests zu stoppen. Zudem erklärte sich Nordkorea bereit, auch mit den USA ins Gespräch über die atomare Abrüstung zu kommen.

Wang erinnerte aber auch daran, dass frühere Bemühungen um einen Durchbruch im Atomkonflikt mit Nordkorea gescheitert waren. "Natürlich braucht es mehr als einen kalten Tag, um dickes Eis zu schmelzen." Es gebe zwar "Licht am Ende des Tunnels", die Reise werde aber nicht leicht.

Unterdessen reisten zwei südkoreanische Gesandte nach Washington, um die US-Regierung über die Angebote Nordkoreas zu informieren. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, Sicherheitsberater Chung Eui Yong werde in Washington mit dem Nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster und US-Außenminister Rex Tillerson zusammentreffen.

Chung hatte nach den Gesprächen mit Kim mitgeteilt, dieser wolle mit den USA verhandeln und habe im Gegenzug für Sicherheitsgarantien einen Verzicht auf sein umstrittenes Nuklearprogramm in Aussicht gestellt. Chung wird anschließend nach China und Russland weiterreisen.

Der Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm hatte sich im vergangenen Jahr gefährlich zugespitzt und mündete in gegenseitige Kriegsdrohungen zwischen den USA und Nordkorea. Doch seit Jahresbeginn bemühen sich Süd- und Nordkorea um eine Annäherung. Die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Pyeongchang galt als wichtiges Zeichen der Entspannung.


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