07.03.2018, 14:16 Uhr

Leverkusen (AFP) Bayer will mit weiterem Verkauf an BASF Bedenken gegen Monsanto-Deal ausräumen

Bayer will wegen Monsanto-Deals Geschäftsteile an BASF verkaufen. Quelle: AFP/PATRIK STOLLARZ (Foto: AFP/PATRIK STOLLARZ)Bayer will wegen Monsanto-Deals Geschäftsteile an BASF verkaufen. Quelle: AFP/PATRIK STOLLARZ (Foto: AFP/PATRIK STOLLARZ)

Chemiekonzerne in exklusiven Gesprächen über Gemüsesaatgutgeschäft

Der Chemiekonzern Bayer will mit einem weiteren Verkauf von Geschäftsteilen an BASF Bedenken der EU-Kommission gegen die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto ausräumen. Bayer und BASF teilten am Mittwoch mit, sie hätten exklusive Gespräche über den Kauf des gesamten Bayer-Gemüsesaatgutgeschäfts durch BASF aufgenommen. Bayer hofft nun, die Monsanto-Übernahme noch im zweiten Quartal dieses Jahres erfolgreich abschließen zu können.

Bayer erklärte, der Chemiekonzern sei "zuversichtlich", mit den Gesprächen über den Verkauf des Geschäfts mit Gemüsesaatguts an BASF "sowie durch weitere Schritte die Bedenken der EU-Kommission vollständig adressieren zu können".

Durch die Übernahme von Monsanto durch Bayer soll der größte Anbieter von Pestiziden und Saatgut weltweit entstehen. Bayer hatte die Zulassung des Deals Ende Juni 2017 beantragt. Der Chemieriese wollte die Übernahme eigentlich bis Ende 2017 abschließen.

Ende August leitete die EU eine vertiefte Prüfung ein und verwies dabei auf Bedenken, dass die Fusion den Wettbewerb bei Schlüsselprodukten für Bauern verringern könnte. Um diese auszuräumen, kündigte Bayer bereits im Oktober an, einen Teil seines Geschäfts mit Saatgut und Herbiziden für 5,9 Milliarden Euro an den Konkurrenten BASF abzugeben. Mitte Dezember wurde aus Verhandlungskreisen bekannt, dass die EU aber weitere Zugeständnisse verlangt.

Zuletzt hatte Bayer-Vorstandschef Werner Baumann sich zuversichtlich gezeigt, dass die Übernahme des US-Saatgutherstellers noch in diesem Frühjahr über die Bühne gehen könnte. Bayer sei dazu bereit, zusätzliche Geschäfte an Wettbewerber zu verkaufen, sollten die Wettbewerbsbehörden dies fordern, sagte er Anfang Februar der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die EU-Kommission hatte die Prüffrist für die Übernahme zuletzt bis zum 5. April verlängert. Bayer arbeite weltweit mit den Behörden zusammen, um die Transaktion im zweiten Quartal dieses Jahres erfolgreich abschließen zu können, erklärte Bayer am Mittwoch.

BASF teilte am Mittwoch mit, das Unternehmen wolle mit der Transaktion seine zukünftige Saatgutplattform stärken und die Marktposition des Ludwigshafener Konzerns im Geschäft mit Lösungen für die Landwirtschaft weiter ausbauen. Endgültige Vereinbarungen seien aber noch nicht getroffen worden.


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