07.03.2018, 21:54 Uhr

Los Angeles (AFP) Weißes Haus dementiert Affäre Trumps mit Pornostar

Trump und Stephanie Clifford alias "Stormy Daniels" . Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MANDEL NGAN, Ethan Miller (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MANDEL NGAN, Ethan Miller)Trump und Stephanie Clifford alias "Stormy Daniels" . Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MANDEL NGAN, Ethan Miller (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MANDEL NGAN, Ethan Miller)

"Stormy Daniels" verklagt Trump

Das Weiße Haus bestreitet, dass US-Präsident Donald Trump in früheren Jahren eine Affäre mit der Pornodarstellerin "Stormy Daniels" hatte. Die Berichte über diese Affäre sowie über ein Schweigegeld, das im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2016 an die Frau gezahlt worden sein soll, träfen nicht zu, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Mittwoch. Kurz zuvor hatte der Anwalt von "Stormy Daniels" Klage gegen Trump eingereicht.

"Der Präsident hat die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurückgewiesen", sagte Sanders zu der angeblichen außerehelichen Affäre mit "Stormy Daniels". Er habe sehr klar gemacht, "dass keine dieser Anschuldigungen wahr ist".

Der Anwalt der 38-jährigen Pornodarstellerin hatte zuvor gesagt, dass seine Mandantin in den Jahren 2006 bis 2007 eine sexuelle Beziehung zu Trump gehabt habe. Sie wolle nun "ihre Geschichte" erzählen. Sie halte es für wichtig, dass die Öffentlichkeit "die Wahrheit erfährt", sagte Anwalt Michael Avenatti.

Am Dienstag reichte der Anwalt Klage gegen den Präsidenten bei einem Gericht in Los Angeles ein, um eine Stillschweige-Vereinbarung für ungültig erklären zu lassen. Die Stillschweigevereinbarung soll die Schauspielerin, die mit dem bürgerlichen Namen Stephanie Clifford heißt, kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 zusammen mit Trumps Anwalt Michael Cohen unterzeichnet haben.

Die Klageschrift wirft dem Trump-Lager vor, es habe Enthüllungen über das Verhältnis mit "aggressiven" Methoden und "Einschüchterungstaktik" verhindern wollen.

"Stormy Daniels" führt in der Klage ins Feld, dass die Vertraulichkeitszusage nicht von Trump unterschrieben worden sei. Die Vereinbarung sei daher nichtig. Es sei "zu jedem Zeitpunkt klar gewesen", dass die Erklärung nur dann gültig sei, wenn alle beteiligten Parteien sie unterzeichneten, sagte Avenatti.

Trump-Anwalt Cohen hatte Mitte Februar eingeräumt, dass er seinerzeit 130.000 Dollar (nach heutigem Wert: 105.000 Euro) an Clifford gezahlt habe. Die Zahlung sei aus seiner eigenen Tasche gekommen. Cohen sagte allerdings nicht, warum er das Geld zahlte und ob Trump von der Zahlung gewusst habe.

Avenatti zeigte sich überzeugt, dass Trump in die Zahlung eingeweiht gewesen sei. Dies sei "keine Frage". Laut den von Avenatti bei Gericht eingereichten Dokumenten wurden die 130.000 Dollar von einer Firma namens Essential Consultants LLC gezahlt. Die Firma war laut der Zeitung "Wall Street Journal" kurz zuvor von Cohen gegründet worden.

Der Klageschrift zufolge hatte Clifford eine intime Beziehung zu Trump, die im Sommer 2006 am Lake Tahoe in Kalifornien begann und bis 2007 andauerte. Die mutmaßliche Affäre begann demnach rund anderthalb Jahre nach Trumps Hochzeit mit seiner dritten Ehefrau Melania und kurz nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Barron.

In der Klage wird ausgeführt, dass Clifford die Affäre nach Trumps Nominierung als Präsidentschaftskandidat öffentlich habe machen wollen. Mit Hilfe Cohens habe Trump dies auf "aggressive" Weise zu verhindern versucht. Trump und sein Anwalt hätten versucht, Clifford zum Schweigen zu bringen, "um seine Siegeschancen bei der Präsidentschaftswahl zu erhöhen".

Laut den Gerichtsunterlagen unterzeichneten Clifford und Cohen dann am 28. Oktober 2016 die Vertraulichkeitserklärung. Der Klage zufolge setzte Cohen die Pornodarstellerin aber auch noch später unter Druck. Noch bis vor Kurzem habe er "Einschüchterungstaktiken" gegen Clifford eingesetzt.


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