01.03.2018, 12:55 Uhr

Washington (AFP) Trumps Kommunikationsdirektorin Hicks tritt zurück

Hope Hicks (r.) vergangene Woche im Weißen Haus. Quelle: AFP/Archiv/MANDEL NGAN (Foto: AFP/Archiv/MANDEL NGAN)Hope Hicks (r.) vergangene Woche im Weißen Haus. Quelle: AFP/Archiv/MANDEL NGAN (Foto: AFP/Archiv/MANDEL NGAN)

Weißes Haus weist Zusammenhang mit Russland-Affäre zurück

Die Liste der Rücktritte im Weißen Haus ist um einen Namen länger geworden: Hope Hicks, die Kommunikationsdirektorin von US-Präsident Donald Trump, hat ihren Rücktritt erklärt. Zur Begründung hieß es am Mittwoch von der Regierung lediglich, die 29-Jährige wolle neue Wege gehen. Präsidentensprecherin Sarah Sanders bestritt vehement, dass Hicks' Rücktritt etwas mit deren Aussage am Dienstag vor dem Repräsentantenhaus zur Russland-Affäre zu tun habe.

Sie habe "keine Worte, um ihre Dankbarkeit für Präsident Trump ausdrücken", erklärte Hicks. Zu ihren Motiven für den Abgang äußerte sie sich nicht öffentlich. Trump erklärte, Hicks habe ihn darüber informiert, neue Herausforderungen suchen zu wollen. Er habe das "total verstanden".

Der Präsident bezeichnete Hicks als "herausragend". Sie habe "großartige Arbeit" geleistet, er werde sie an seiner Seite vermissen. Er zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass "wir in der Zukunft erneut miteinander arbeiten werden".

Der genaue Zeitpunkt von Hicks' Abgang stand zunächst nicht fest. Nach Angaben von Präsidentensprecherin Sanders gab es noch keinen Termin. Die "New York Times" berichtete, Hicks werde "in den kommenden Wochen" gehen.

Sanders bestritt, dass Hicks' Rücktritt etwas mit deren Aussage zur Russland-Affäre zu tun habe. In der Affäre geht es um mögliche illegale Kontakte von Trumps Wahlkampfteam nach Moskau. Hicks hatte bei der achtstündigen Anhörung durch den Geheimdienstausschuss auf viele Fragen die Antworten verweigert, wofür sie von den oppositionellen Demokraten heftig kritisiert wurde.

Laut US-Medienberichten räumte sie ein, dass sie durch ihre Tätigkeit im Weißen Haus manchmal zu "Notlügen" gezwungen gewesen sei. Allerdings habe sie nie bei Themen gelogen, die mit den Ermittlungen zu den russischen Einmischungen in den US-Wahlkampf zu tun hätten.

Die PR-Fachfrau war in jüngster Zeit auch in die Kontroverse um den zurückgetretenen Trump-Mitarbeiter Rob Porter hineingezogen worden. Der Stabssekretär im Weißen Haus hatte zurücktreten müssen, nachdem ans Licht gekommen war, dass ihm seine beiden Ex-Frauen häusliche Gewalt vorwerfen.

US-Medien berichteten, dass Hicks mit Porter liiert sei. Sie soll am Verfassen einer Erklärung von Stabschef John Kelly beteiligt gewesen sein, in der er Porter als Ehrenmann bezeichnete.

Auch Kelly bedauerte Hicks' Rückzug. Sie habe "ihrem Land mit viel Klasse gedient". "Zu sagen, dass sie vermisst werden wird, ist eine Untertreibung", fügte Kelly hinzu.

Auf ihrem Posten war Hicks dafür zuständig, die Kommunikationslinien und Sprechweisen des Weißen Hauses festzulegen. Den Job hatte sie im Sommer übernommen. Sie trat die Nachfolge des Finanzinvestors Anthony Scaramucci an, der nach nur wenigen Tagen auf diesem Regierungsposten gefeuert worden war. Nach Sean Spicer, Michael Dubke und Scaramucci war sie bereits die vierte Person auf diesem Posten seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017.

Hicks arbeitete seit Jahren in verschiedenen Funktionen für die Trump-Familie. Vor ihrer Ernennung zur Kommunikationsdirektorin war sie als Trumps Beraterin im Weißen Haus tätig. Dem inneren Zirkel um Trump gehörte das frühere Model seit dem Wahlkampf an. Damals war sie Pressesekretärin der Kampagne. Zuvor arbeitete sie für die Trump Organization, den Zusammenschluss der Trump-Unternehmen sowie als Beraterin für Trumps Tochter Ivanka.

"Hope Hicks wird von allen, die sie kennen, gemocht und bewundert", schrieb Ivanka Trump am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Präsidentenberaterin Kellyanne Conway schrieb: "Ich liebe Dich und werde Dich vermissen, Hope Hicks."

Seit Trumps Amtsantritt hat es bereits eine ganze Serie von Rücktritten und Rauswürfen aus seinem Regierungsteam gegeben. Zu den spektakulärsten Abgängen gehörten jener des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn, des Stabschefs im Weißen Haus, Reince Priebus, sowie des Trump-Chefstrategen Steve Bannon.


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