28.02.2018, 08:08 Uhr

München (AFP) Vorerst keine größeren Streiks im Öffentlichen Dienst

Verdi-Chef Bsirske gibt vor erster Tarifrunde am Montag Interview. Quelle: dpa/AFP/Bernd Settnik (Foto: dpa/AFP/Bernd Settnik)Verdi-Chef Bsirske gibt vor erster Tarifrunde am Montag Interview. Quelle: dpa/AFP/Bernd Settnik (Foto: dpa/AFP/Bernd Settnik)

Verdi-Chef: Erste Aktionen sollen für Bürger "gar nicht so wahrnehmbar" sein

Am Mittwoch endet im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts die Friedenspflicht, doch Verdi-Chef Frank Bsirske will vorerst auf größere Streiks verzichten. "Wir werden mit betrieblichen Aktionen beginnen, die für die Bürgerinnen und Bürger gar nicht so wahrnehmbar sind", sagte Bsirske dem Bayerischen Rundfunk am Mittwoch. "Wir stehen ja noch am Anfang dieser Tarifauseinandersetzung, auch wenn in der ersten Verhandlungsrunde die Positionen noch erkennbar weit auseinander lagen."

Die Warnstreiks würden sich "auf einem noch sehr niedrigen Level" von Nord nach Süd entwickeln. Die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts fordern für die 2,35 Millionen Beschäftigten von Kommunen und Bund sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro mehr im Monat.

Bsirske warnte vor einem zu großen Einkommensunterschied zwischen den Beschäftigten im öffentlichen Dienst und der freien Wirtschaft. Bei schlechterer Bezahlung hätte der öffentliche Dienst Probleme, qualifiziertes Personal zu finden.

Optimistisch zeigte sich der Verdi-Chef hinsichtlich möglicher Verhandlungen mit dem designierten Innenminister Horst Seehofer (CSU). "Ich bin mir sicher, dass es gelingen wird, zu einer sachlichen, lösungs- und ergebnisorientierten Verhandlungsführung zu kommen." Seine Erfahrungen mit Seehofer seien "keine schlechten."


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