25.02.2018, 07:10 Uhr

New York (AFP) US-Firmen beenden Zusammenarbeit mit Waffenlobby NRA

Druck auf Waffenlobby NRA wächst. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/GEORGE FREY (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/GEORGE FREY)Druck auf Waffenlobby NRA wächst. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/GEORGE FREY (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/GEORGE FREY)

Zunehmender Druck in sozialen Netzwerken im Internet

Nach dem Schulmassaker im US-Bundesstaat Florida mit 17 Toten beenden immer mehr US-Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit der mächtigen Waffenlobby NRA. Die Fluggesellschaften Delta und United schlossen sich am Samstag einer Reihe von Firmen, darunter Autovermieter und Versicherer, an, die nicht länger mit der NRA in Verbindung gebracht werden wollen. In den sozialen Netzwerken im Internet hatte es zuletzt massiven Druck durch die Nutzer gegeben.

Am Donnerstag hatte zunächst die First National Bank of Omaha angekündigt, einen Vertrag mit der NRA für eine Visa-Kreditkarte nicht zu verlängern. "Kunden-Feedback hat uns dazu veranlasst, unsere Beziehungen zur NRA zu überprüfen", teilte die Bank im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Am Freitag folgten die Versicherer Chubb und MetLife, die Sicherheitsfirma Symantec und die Autovermieter Avis Budget Group, Hertz und Enterprise. Sie kündigten an, Partnerschaftsprogramme mit der NRA zu kündigen. In der Mehrheit der Fälle handelt es sich um Vorteile für NRA-Mitglieder, etwa um Vergünstigungen bei bestimmten Versicherungen oder beim Mieten eines Autos.

Delta Air Lines teilte am Samstag mit, den Vertrag mit der NRA für Vergünstigungen bei Flugbuchungen zu beenden. "Wir fordern die NRA auf, unsere Informationen von ihrer Webseite zu entfernen", hieß es. Die Fluggesellschaft United Airlines gab eine ähnlich lautende Mitteilung heraus.

Auch die Umzugsunternehmen Allied Van Lines und North American Van Lines beendeten die Zusammenarbeit mit der Waffenlobby. Allied Van Lines erklärte, "ab sofort kein Partnerschaftsprogramm mit der NRA mehr zu unterhalten".

Eine der größten US-Banken, die Bank of America, kündigte an, ihre Beziehungen zu Waffenherstellern zu überprüfen. "Wir schließen uns anderen Gruppen unserer Branche an, um zu sehen, was wir tun können, um die Tragödie tödlicher Schießereien zu beenden", teilte die Bank mit. Das Geldhaus kündigte zudem an, "die begrenzte Zahl an Kunden zu kontaktieren, die Sturmgewehre für nicht-militärische Zwecke herstellen, um zu sehen, was sie dazu beitragen können", dass sich Massenschießereien nicht wiederholten.

Zwar brachte keines der Unternehmen die Entscheidungen direkt in Zusammenhang mit der jüngsten Massenschießerei an der High School in Florida, die Maßnahmen erfolgten jedoch zeitgleich mit zunehmendem Druck von Aktivisten für schärfere Waffengesetze.

In den sozialen Netzwerken im Internet gab es zuletzt massiven Druck durch die Nutzer. Der Hashtag #BoycottNRA zählte in den vergangenen Tagen zu den am häufig verwendetsten Schlagwörtern bei Twitter.

Am 14. Februar hatte ein 19-jähriger ehemaliger Schüler an einer High School in Florida 17 Menschen erschossen. Die Debatte über die laxen Waffengesetze in den USA wurde dadurch neu entfacht.


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