21.02.2018, 13:39 Uhr

Washington (AFP) Prominente unterstützen geplante Schülerdemo gegen US-Waffengesetze

Demo in Florida für schärferes Waffenrecht. Quelle: AFP/Archiv/RHONA WISE (Foto: AFP/Archiv/RHONA WISE)Demo in Florida für schärferes Waffenrecht. Quelle: AFP/Archiv/RHONA WISE (Foto: AFP/Archiv/RHONA WISE)

Trump für Verbot von Dauerfeuer-Aufsätzen für Waffen

Die geplante Schülerdemo für schärfere US-Waffengesetze stößt auf großen Anklang unter US-Prominenten: Nach Filmstar George Clooney kündigten am Dienstag auch die TV-Moderatorin Oprah Winfrey und Regisseur Steven Spielberg an, den Protestmarsch kommenden Monat mit einer halben Million Dollar zu unterstützen. US-Präsident Donald Trump stellte ein Verbot sogenannter bump stocks in Aussicht, mit denen halbautomatische zu vollautomatischen Waffen aufgerüstet werden können.

Der "Marsch für unsere Leben" am 24. März in Washington wird von Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im Bundesstaat Florida organisiert, an der ein 19-Jähriger vergangene Woche 17 Menschen getötet hatte. Clooney zeigte sich in einer Erklärung beeindruckt vom Engagement der Schüler und kündigte eine Spende in Höhe von 500.000 Dollar (405.000 Euro) an. Den Marsch nannte er ein "bahnbrechendes Ereignis" und kündigte an, mit seiner Frau, der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, daran teilzunehmen. "Das Leben unserer Kinder hängt davon ab", erklärte er.

Winfrey erklärte, die Mobilisierung erinnere sie an die Proteste gegen Rassendiskriminierung in den 60er Jahren. Die Entertainerin will ebenso wie Spielberg und der Filmproduzent Jeffrey Katzenberg ebenfalls 500.000 Dollar für die Protestbewegung spenden.

Außer in Washington sind am 24. März auch in anderen US-Städten Demonstrationen geplant. Laut einer aktuellen Umfrage der Quinnipiac-Universität befürworten zwei Drittel der US-Bürger schärfere Waffengesetze, 31 Prozent sind dagegen.

Trump teilte mit, das Justizministerium arbeite auf seine Anweisung hin an einem Verbot von "bump stocks". Die von ihm angepeilten Regulierungen sollten alle Geräte verbieten, "die legale Waffen in Maschinengewehre umwandeln", erklärte Trump.

Der Täter in Florida hatte seine Waffe nicht mit einem "bump stock" aufgerüstet - die Debatte konzentriert sich dennoch auf deren Verbot, weil dieses weitgehend unstrittig ist. Nach dem Blutbad mit 58 Toten in Las Vegas im Oktober, bei dem "bump stocks" zum Einsatz kamen, hatte sich sogar die NRA offen für schärfere Kontrollen der Vorrichtungen gezeigt.

Laut Trumps Sprecherin Sarah Sanders unterstützt der US-Präsident zudem die Bemühungen im Kongress zur Verbesserung eines landesweiten Registers, das die Vorstrafen potenzieller Waffenkäufer verzeichnet. Der US-Präsident forderte am Dienstag, Sicherheitsmaßnahmen zu ergeifen, "die wirklich funktionieren".

Er kündigte für diese Woche ein Treffen mit Schülern, Lokalpolitikern und Vertretern von Sicherheitsbehörden an, um über "konkrete Schritte" zu sprechen. Dazu zählten auch "Fragen der seelischen Gesundheit" und eine bessere Koordinierung zwischen den lokalen und nationalen Behörden, wenn es Warnhinweise gibt.

Nach dem Massaker von Florida hatte die US-Bundespolizei FBI eingeräumt, Warnhinweisen über den späteren Täter nicht nachgegangen zu sein. Auch die örtliche Polizei hatte Hinweise auf das Gewaltpotenziel des jungen Mannes erhalten.

Der Handlungsdruck auf Trump ist zuletzt auch durch die Proteste von Überlebenden des Massakers stark gewachsen. Sie klagen vor allem den enormen politischen Einfluss der Waffenlobby NRA an. Zum Gesicht der Bewegung wurde die 18-jährige Emma Gonzalez, die in einer emotionalen Rede den NRA-nahen Politikern wie Trump zugerufen hatte, sie sollten sich "schämen".

Am Mittwoch wollten rund hundert Überlebende des Massakers eine Protestkundgebung in Tallahassee, der Hauptstadt von Florida, abhalten und mit Abgeordneten über Waffenkontrollen und Sicherheit an Schulen diskutieren.

Versuche, das Waffenrecht einzuschränken, stoßen in den USA immer wieder auf breiten Widerstand. Das Repräsentantenhaus von Florida stimmte am Dienstag mit großer Mehrheit gegen ein Verbot von Sturmwaffen und große Magazine. In der Sitzung, die mit einem Gebet für die Opfer von Parkland begann, stimmten 71 Abgeordnete gegen ein Verbot und 36 dafür.


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