21.02.2018, 07:46 Uhr

Düsseldorf (AFP) Zeitung: Bundesregierung hebt Schonzeit für Wildschweine auf

Wildschwein in einem Gehege. Quelle: dpa/AFP/Lino Mirgeler (Foto: dpa/AFP/Lino Mirgeler)Wildschwein in einem Gehege. Quelle: dpa/AFP/Lino Mirgeler (Foto: dpa/AFP/Lino Mirgeler)

Verordnung soll ganzjährige Bejagung ermöglichen

Zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest will die Bundesregierung die Schonzeit für Wildschweine aufheben. Dies sehe eine Verordnung vor, die am Mittwoch im Kabinett verabschiedet werden solle, berichtete die "Rheinische Post". Demnach wird künftig eine ganzjährige Bejagung ermöglicht, um so eine "erhebliche Ausdünnung der Schwarzwildpopulation" zu erreichen.

Dadurch würde "insbesondere das Risiko der Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest vermindert", heißt es der Zeitung zufolge in der Verordnung. "Mit der vorgelegten Änderung der Schweinepest-Verordnung haben wir ein effizientes Instrumentarium, um der Schweinepest wirkungsvoll zu begegnen", zitierte die "Rheinische Post" den geschäftsführende Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). In der Verordnung findet sich demnach neben der Aufhebung der Schonzeit zudem eine Reihe von Maßnahmen unter anderem zur Hygiene, die von den Behörden vor Ort angeordnet werden können.

Die Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Für Menschen ist das Virus nicht ansteckend. Allerdings fürchtet die Landwirtschaft Milliardenschäden und eine Existenzkrise für viele Unternehmen, sollte es die Afrikanische Schweinepest bis nach Deutschland schaffen. Beim Befall eines Schweins in einem Betrieb müssten dort alle Tiere getötet werden. Tierschutzaktivisten warnten zuletzt hingegen vor einer Massenjagd auf Wildschweine - vorrangig seien es Menschen, die die Ausbreitung vorantrieben.


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