20.02.2018, 08:10 Uhr

Beirut (AFP) Aktivisten: Zahl der getöteten Zivilisten in Ost-Ghuta auf 100 gestiegen

Mann trägt verletztes Baby in Hammurije in Ost-Ghuta. Quelle: AFP/ABDULMONAM EASSA (Foto: AFP/ABDULMONAM EASSA)Mann trägt verletztes Baby in Hammurije in Ost-Ghuta. Quelle: AFP/ABDULMONAM EASSA (Foto: AFP/ABDULMONAM EASSA)

Syrische Beobachtungsstelle spricht von höchster Opferzahl seit 2015

Die Zahl der getöteten Zivilisten durch Luftangriffe der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenhochburg Ost-Ghuta ist nach Angaben von Aktivisten auf mindestens 100 gestiegen. Unter den Toten der Angriffe vom Montag seien auch 20 Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sprach von der höchsten Opferzahl in dem Gebiet an einem Tag seit Anfang 2015.

Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Ost-Ghuta, die letzte Rebellenhochburg in der Nähe von Damaskus, wird überwiegend von zwei Islamistengruppen kontrolliert, an einzelnen Stellen ist jedoch auch das Dschihadistenbündnis Hajat Tahrir al-Scham aktiv. Die syrische Regierung will die Kontrolle über das Gebiet zurückerlangen, von dem aus immer wieder Raketen und Mörsergranaten auf die Hauptstadt gefeuert werden.

Anfang Februar hatte die syrische Armee den Druck auf Ost-Ghuta verstärkt, wo rund 400.000 Menschen seit dem Jahr 2013 unter Belagerung leben und sich die humanitäre Lage zunehmend verschlechtert. Nach Einschätzung der Aktivisten bereitet die syrische Armee eine großangelegte Bodenoffensive gegen die seit Jahren belagerte Region vor.


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