20.02.2018, 13:06 Uhr

Teheran (AFP) Iranische Rettungskräfte finden Flugzeugwrack im Sagros-Gebirge

Rettungskräfte finden Flugzeugwrack. Quelle: TASNIM NEWS/AFP/MORTEZA SALEHI (Foto: TASNIM NEWS/AFP/MORTEZA SALEHI)Rettungskräfte finden Flugzeugwrack. Quelle: TASNIM NEWS/AFP/MORTEZA SALEHI (Foto: TASNIM NEWS/AFP/MORTEZA SALEHI)

Leichen der Absturzopfer müssen zu Fuß zu Tal gebracht werden

Nach dem Absturz einer Passagiermaschine im Iran mit 66 Menschen an Bord haben Suchtrupps am Dienstag das Flugzeugwrack im Sagros-Gebirge geortet. Hubschrauber der Revolutionsgarden hätten das Wrack am Berg Dena gesichtet, sagte ein Sprecher dem staatlichen Fernsehsender Irib. Die Leichen der Todesopfer müssen nach Angaben der Rettungskräfte wegen des gefährlichen Terrains nun zu Fuß vom Berg abtransportiert werden.

Die zweimotorige Turboprop-Maschine der Fluggesellschaft Aseman war am Sonntagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Teheran in die 500 Kilometer weiter südlich gelegene Kleinstadt Jasudsch in einen Schneesturm geraten und abgestürzt. Die Behörden gehen davon aus, dass alle Insassen ums Leben kamen.

Nachdem zwei Tage lang Schnee und Nebel die Suche nach dem Flugzeugwrack erschwert hatten, sei es am Dienstag von der Besatzung eines Hubschraubers gesichtet worden, sagte der Sprecher der Revolutionsgarden, Ramesan Scharif, auf Irib. Bei der Suche seien auch Drohnen der Elitetruppe zum Einsatz gekommen. Diese hatten nach Angaben des regionalen Krisenzentrums rund 500 Bilder vom Suchgebiet gemacht, die über Nacht ausgewertet wurden.

Einer der Piloten sagte auf Irib, das Wrack befinde sich auf dem Berg Dena in einer Höhe von rund 4000 Metern. Rundherum lägen Leichen.

Wegen tiefer und gefährlicher Felsspalten rund um den Fundort könnten keine Hubschrauber dort landen, sagte der Leiter des örtlichen medizinischen Zentrums, Ghafur Rastinrus, der Nachrichtenagentur Irna. Die Absturzopfer müssten daher von den Einsatzkräften zu Fuß zu Tal gebracht werden. Dieser Einsatz werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Der Leiter der zivilen Luftfahrtbehörden, Ali Abedsadeh, sagte im Staatsfernsehen, Hubschrauber brächten die Einsatzkräfte so nah an die Absturzstelle heran wie möglich. Nur sehr erfahrene und gut trainierte Bergsteiger könnten zu dem Wrack gelangen. Seit Montag sind bereits etwa hundert Bergsteiger auf dem Dena eingetroffen, um bei der Bergung zu helfen.

Bei der Unglücksmaschine handelt es sich um eine ATR-72 des französisch-italienischen Herstellers Avions de Transport Régional. Zur Klärung der Unglücksursache entsandte die französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA drei Experten in den Iran.

Im Iran ereigneten sich in den vergangenen Jahren immer wieder Flugzeugunglücke. Ein Grund dafür sind veraltete Flugzeuge, mangelhafte Wartung und fehlende Ersatzteile infolge der internationalen Sanktionen gegen das Land. Erst seit der Aufhebung der Sanktionen im Zuge des Atomabkommens von 2015 darf das Land wieder Flugzeuge und Flugzeugteile kaufen.

Auch Aseman Airlines musste auf dem Höhepunkt der Sanktionspolitik immer wieder Maschinen am Boden lassen, da notwendige Ersatzteile fehlten. Seit Ende 2016 steht die Fluggesellschaft auf der Schwarzen Liste unsicherer Fluggesellschaften der Europäischen Kommission.


0 Kommentare