19.02.2018, 04:20 Uhr

Düsseldorf (AFP) "Handelsblatt": Große Unternehmen fordern bessere Regeln für Klimaschutz

Unternehmen fordern einem Bericht zufolge bessere Klimaschutzregeln. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini (Foto: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini)Unternehmen fordern einem Bericht zufolge bessere Klimaschutzregeln. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini (Foto: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini)

Koalitionsvertrag geht Firmen offenbar nicht weit genug

Große deutsche Unternehmen dringen laut einem Bericht des "Handelsblatts" auf bessere Regeln für den Klimaschutz. Eine eigene Umfrage habe ergeben, dass der Koalitionsvertrag von Union und SPD den Unternehmen bei diesem Thema nicht weit genug gehe, berichtete das "Handelsblatt" (Montagsausgabe). Im Mittelpunkt steht demnach die Forderung nach Einführung eines Preises für Kohlenstoffdioxid (CO2).

Der Münchener Industriekonzern Siemens betont dem "Handelsblatt" zufolge, sich bereits der "Carbon Pricing Leadership Coalition" angeschlossen zu haben - einer Initiative der Weltbank, die das Thema international vorantreibe. Der CO2-Preis müsse hoch genug sein, "um eine Umstellung auf kohlenstoffarme Technologien im Einklang mit den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen in Gang zu setzen", heiße es bei Siemens weiter.

Auch die Deutsche Post fordert demnach einen "idealerweise globalen, marktbasierten Mechanismus, um CO2-Emissionen einen fairen Preis zu geben". Die Commerzbank unterstütze den Plan, einen globalen CO2-Preis einzuführen. Laut "Handelsblatt" argumentieren fast alle Dax-Konzerne ähnlich.

Union und SPD konnten sich bei den Koalitionsverhandlungen nicht auf eine CO2-Bepreisung einigen, die nach Einschätzung vieler Fachleute als der Schlüssel für rasche Erfolge im Klimaschutz gilt. Bislang wird CO2 nur im Emissionshandel mit einem Preis versehen, der allerdings nur die Bereiche Industrie und Stromerzeugung erfasst. Der Verkehrs- und der Wärmesektor sowie die Landwirtschaft sind bisher nicht betroffen.

Nach Ansicht von Experten müsste ein Preis für Kohlenstoffdioxid für alle volkswirtschaftlichen Sektoren eingeführt werden. Der Vorstoß der Dax-Konzerne ist dem "Handelsblatt" zufolge ungewöhnlich. Normalerweise presche die Wirtschaft nicht freiwillig bei Themen vor, die sie erst einmal belasteten.


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