16.02.2018, 15:00 Uhr

Washington (AFP) Romney bewirbt sich um Sitz im US-Senat

Der frühere US-Präsidentschaftskandidat Romney will sich um seinem Sitz im Senat bewerben. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/GEORGE FREY (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/GEORGE FREY)Der frühere US-Präsidentschaftskandidat Romney will sich um seinem Sitz im Senat bewerben. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/GEORGE FREY (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/GEORGE FREY)

Ex-Präsidentschaftskandidat gilt als potenzieller Trump-Gegenspieler

Der frühere US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bewirbt sich um einen Sitz im Senat in Washington. Romney kündigte am Freitag an, dass er bei der Kongresswahl im November im Bundesstaat Utah für den Senatssitz antreten wolle. Er wolle die "Werte von Utah nach Washington bringen", schrieb der Republikaner im Kurzbotschaftendienst Twitter.

In einem Videoclip ging der 70-Jährige auf die Einwanderungspolitik ein. Utah heiße "legale Immigranten aus der ganzen Welt" willkommen", sagte er - eine offenkundige Spitze gegen Präsident Donald Trump, der nicht nur die illegale, sondern auch die legale Einwanderung eindämmen will. Romney, der als Pragmatiker und Moderater gilt, hat seinen Parteikollegen Trump in der Vergangenheit wiederholt scharf kritisiert.

Im Senat will Romney die Nachfolge des 83-jährigen Orrin Hatch antreten, der den Mormonenstaat Utah seit 1977 in der Kongresskammer vertritt. Hatch, ein Trump-Verbündeter, hatte zu Jahresbeginn angekündigt, dass er in Rente geht.

Romney kann sich gute Chancen ausrechnen, den Senatssitz zu erobern. In Utah genießt er große Popularität - nicht nur, weil er selbst Mormone ist. Er hatte dort einst die kriselnde Organisation der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City auf Vordermann gebracht.

In den US-Medien wird bereits heftig darüber spekuliert, wie sich Romney als Senator gegenüber Trump positionieren würde - als Gegenspieler oder als Verbündeter. Im Wahlkampf hatte der frühere Investmentbanker und Ex-Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts den Rechtspopulisten als "Hochstapler" und "Betrüger" gebrandmarkt. Trump beschimpfte seinerseits Romney, der 2012 gegen Barack Obama unterlegen war, als einen der "dümmsten und schlimmsten" Präsidentschaftskandidaten der Republikaner.

Nach Trumps Wahlsieg erschien es aber zumindest vorübergehend so, als hätten Romney und Trump das Kriegsbeil begraben. Sie speisten damals in einem New Yorker Nobelrestaurant zusammen - Romney wurde zu diesem Zeitpunkt als möglicher Außenminister gehandelt. Trump vergab den Job dann aber an den Ölmanager Rex Tillerson.

Im vergangenen August griff Romney dann Trump erneut heftig an - wegen dessen Reaktion auf die Ausschreitungen in Charlottesville. Der Präsident hatte Sympathie für Teilnehmer des dortigen rechtsextremen Aufmarsches bekundet. Trump habe mit seinen Bemerkungen "Rassisten jubeln" und "Minderheiten weinen" lassen, schrieb Romney damals.

Seine jetzige Bewerbung für den Senat dürfte auch die Spekulationen anfachen, dass sich Romney vom Kongress aus für eine mögliche neue Bewerbung um das Präsidentschaftsamt in Stellung bringen könnte.


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