16.02.2018, 11:22 Uhr

Berlin (AFP) Schuppentiere sind trotz Handelsverbots meistgeschmuggelte Säugetiere der Welt

Pangolin in Malaysia. Quelle: AFP/Archiv/ROSLAN RAHMAN (Foto: AFP/Archiv/ROSLAN RAHMAN)Pangolin in Malaysia. Quelle: AFP/Archiv/ROSLAN RAHMAN (Foto: AFP/Archiv/ROSLAN RAHMAN)

Bedrohte Insektenfresser gelten in Asien als Delikatesse

Die für europäische Augen befremdlich aussehenden Schuppentiere sind trotz eines weltweiten Handelsverbots die meistgeschmuggelten Säugetiere der Welt. Die scheuen Insektenfresser sind in Asien eine Delikatesse und werden dorthin in großem Stil geschmuggelt, wie die Umweltorganisation WWF am Freitag zum Weltschuppentiertag in Berlin mitteilte. Allein zwischen 2010 und 2015 beschlagnahmten Strafverfolger weltweit 120 Tonnen ganzer Pangoline, deren Körperteile und Schuppen.

Zuletzt konfiszierten Fahnder in Taiwan 4000 gehäutete und ausgenommene Tiere. "Wir gehen davon aus, dass maximal ein Viertel des Schmuggels überhaupt aufgedeckt wird - es braucht in vielen Ländern Asiens und Afrikas strengere Gesetze, schärfere Kontrollen und härtere Strafen", erklärte WWF-Artenschutzexperte Arnulf Köhncke.

Zwar ist der kommerzielle Handel mit allen acht Schuppentierarten seit Anfang 2017 weltweit komplett verboten. Zahlreiche südostasiatische Staaten passetn dem WWF zufolge ihre Gesetze jedoch noch nicht entsprechend an. Europa sei zudem ein wichtiger Umschlagplatz für die gewilderten Tiere.

Die auch Pangolin genannten Tiere werden zum Teil lebend geschmuggelt und angeboten, damit sie möglichst frisch auf dem Teller landen. Ein Kilogramm Fleisch kostet auf dem Schwarzmarkt umgerechnet bis zu 240 Euro. Die Schuppen des Pangolins sind wiederum in der traditionellen chinesischen Medizin beliebt und erzielen Kilogrammpreise von bis zu 2400 Euro. Die meisten asiatischen Schuppentierarten sind bereits derart stark dezimiert, dass zunehmend Tiere aus Afrika nach Asien geschmuggelt werden.

Insgesamt gibt es acht verschiedene Pangolinarten, je vier in Asien und Afrika. Alle acht sind bedroht. Seit Anfang 2017 haben sie auf der Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens den höchsten Schutzstatus - ein komplettes Verbot des kommerziellen internationalen Handels. Die nachtaktiven Insektenfresser leben in Asien und Afrika in Wäldern, Buschland und Savannen. Sie ernähren sich von Ameisen und Termiten. Die meisten Arten sind etwa so groß wie Hauskatzen, einige afrikanische Arten können aber ein Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm erreichen.


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