15.02.2018, 11:17 Uhr

Hamburg (AFP) "Managermagazin": Aldi Süd und Aldi Nord prüfen Zusammenlegung des Einkaufs

Logo von Aldi Süd. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sina Schuldt (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sina Schuldt)Logo von Aldi Süd. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sina Schuldt (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sina Schuldt)

Auch gesellschaftsrechtliche Verschmelzung zu einem Konzern demnach nicht ausgeschlossen

Aldi Süd und Aldi Nord, seit 1961 getrennte Unternehmen, prüfen einem Bericht des "Managermagazins" zufolge, ihren Einkauf zusammenzulegen. In einem ersten Schritt würden bestimmte Waren gemeinsam beschafft, in Zukunft könnte dann sogar eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung erfolgen, berichtete das Blatt am Donnerstag unter Berufung auf ein Protokoll einer Sitzung ranghoher Aldi-Manager im November.

In diesem Protokoll sei festgehalten, dass zunächst sämtliche Leistungen im Einkauf und in den "Dienstleistungsabteilungen Qualitätswesen, Corporate Responsibility, Werbung, Logistik usw." nur noch einmal erbracht werden sollen. Das Projekt "Kooperation Aldi Nord - Aldi Süd" habe das Ziel, den Abstimmungsaufwand sowie strukturelle und personelle Doppelungen zu reduzieren und damit die Effizienz zu steigern, zitierte das "Managermagazin" weiter.

Selbst eine gesellschaftsrechtliche Verschmelzung der beiden Unternehmen zu einem Konzern werde nicht ausgeschlossen, berichtete das Blatt und zitierte: "Perspektivisch sollte dann auch über weitere organisatorische Schritte der Kooperation nachgedacht werden."

Rechtsanwälte seien bereits mit der kartellrechtlichen Prüfung auf den internationalen Beschaffungsmärkten beauftragt, berichtete das Blatt. Experten gehen demnach davon aus, dass das deutsche Kartellamt keine Einwände erheben wird: Die Behörde betrachte Aldi als einen sogenannten Gleichordnungskonzern, weil beide Gruppen derselben Familie gehören.

Die Söhne des Aldi-Gründers Karl Albrecht, Karl und Theo, hatten 1945 die Albrecht KG gegründet. 1961 beschlossen sie, getrennte Wege zu gehen - der Legende nach wegen des Streites, Zigaretten ins Sortiment aufzunehmen. Theo Albrecht übernahm die nördlichen Filialen und verkaufte Zigaretten, Karl die in Süd- und Westdeutschland. Bei Aldi Süd gibt es erst seit 2003 Zigaretten im Angebot.


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