15.02.2018, 14:01 Uhr

Parkland (AFP) Schul-Massaker in Florida erschüttert die USA

Unter den 17 Toten sind Schüler und Erwachsene. Quelle: AFP/Michele Eve SANDBERG (Foto: AFP/Michele Eve SANDBERG)Unter den 17 Toten sind Schüler und Erwachsene. Quelle: AFP/Michele Eve SANDBERG (Foto: AFP/Michele Eve SANDBERG)

Ehemaliger Mitschüler tötet mindestens 17 Menschen

Schon wieder werden die USA von einem Schul-Massaker erschüttert: Ein 19 Jahre alter ehemaliger Mitschüler eröffnete am Valentinstag an einer Oberschule im US-Bundesstaat Florida das Feuer und tötete 17 Menschen. 15 weitere Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, wie der Sheriff des Bezirks Broward, Scott Israel, am Mittwoch mitteilte.

Der Tatverdächtige Nikolas C. war nach Angaben des Sheriffs ein ehemaliger Schüler der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland und aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden. Er sei nach der Bluttat in der nahegelegenen Stadt Coral Springs festgenommen worden und werde wegen leichter Verletzungen in einem Krankenhaus behandelt.

Er habe "zahlreiche Magazine, viele Magazine" bei sich gehabt, "und derzeit glauben wir, dass er ein AR-15 Gewehr bei sich hatte", sagte Israel weiter. Die Sicherheitsbehörden hätten bereits damit begonnen, seine Websites und Meldungen in sozialen Netzwerken zu durchkämmen, darunter gebe es einige "sehr, sehr beunruhigende" Beiträge.

Der Tatort bot nach Angaben des Sheriffs ein "Bild des Grauens". Unter den Opfern seien Schüler und Erwachsene. Angaben des Senders CBS News, wonach der Schütze den Feueralarm auslöste, bevor er das Feuer eröffnete, konnte der Sheriff nicht bestätigten.

Unter den fast 3000 Schülern löste die Tat Angst und Schrecken aus. Verängstigte Schüler und Lehrer, die am Mittwoch den Valentinstag gefeiert hatten, verbarrikadierten sich in Schultoiletten oder Schränken oder versteckten sich unter Tischen. Mit ihren Smartphones riefen sie in Kurzmitteilungen um Hilfe.

Fernsehbilder zeigten Schüler, die von schwer bewaffneten Polizisten aus der Schule geleitet wurden. Zu sehen waren auch ein gepanzertes Fahrzeug mit Sondereinsatzkräften und Polizisten mit Helmen und kugelsicheren Westen sowie mit Schnellfeuerwaffen, die rund um die Schule postiert waren.

Die Schülerin Jeiella Dodoo sagte dem Sender CBS, sie hätten zunächst an einen Routine-Feueralarm geglaubt und ruhig die Klassenräume verlassen. "Ich hörte sechs Schüsse, und dann begannen einige zu rennen und dann alle."

Die Lehrerin Melissa Falkowski sagte US-Medien, dass sie sich zusammen mit 19 Schülern in einem Schrank verbarrikadiert habe. "Wir waren etwa 40 Minuten lang da drin." Dann seien ihnen Polizeispezialkräfte zur Hilfe gekommen.

Die Bürgermeisterin von Parkland, Christine Hunschofsky, sagte dem Sender CNN, sie habe mit einigen Schülern gesprochen, die "sehr verängstigt" und "unter Schock" gewesen seien. Zur Sicherheitssituation an der Schule sagte Hunschofsky, die Highschool habe nur einen Eingang und täglich sei ein Polizist vor Ort.

"Dies ist ein schrecklicher Tag für Parkland", sagte der Sheriff der 30.000-Einwohnerstadt rund 80 Kilometer nördlich von Miami. Die US-Bundespolizei FBI teilte mit, die Ermittlungen der örtlichen Sicherheitsbehörden zu unterstützen.

Der Mathematiklehrer Jim Gard sagte der Zeitung "Miami Herald", der Tatverdächtige sei zuvor als mögliche Gefahr für seine Mitschüler bezeichnet worden. "Im vergangenen Jahr wurden wir darüber informiert, dass er das Schulgelände nicht mit einem Rücksack betreten durfte." Er habe Schüler bedroht. Ein Mitschüler, der nicht namentlich genannt wurde, sagte dem Lokalsender WSVN-7, der mutmaßliche Schütze sei "problematisch" gewesen und habe viel über Waffen gesprochen.

US-Präsident Donald Trump sprach den Angehörigen der Opfer im Kurzbotschaftendienst Twitter sein Mitgefühl aus. "Kein Kind, Lehrer oder sonst jemand sollte sich jemals unsicher in einer US-Schule fühlen", erklärte Trump.

Die Schießerei in Parkland war eine der blutigsten der vergangenen 25 Jahre - und bereits die 18. Schießerei an einer US-Schule in diesem Jahr. Immer wieder gibt es Tote und Verletzte. Als Konsequenz wird regelmäßig der Ruf nach strikteren Waffengesetzen laut. Trump und viele andere Republikaner sind allerdings dagegen.


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