14.02.2018, 14:34 Uhr

Berlin (AFP) Regierung will zur Fußball-WM Public Viewing nach 22.00 Uhr erlauben

Public Viewing bei der Fußball-EM 2016 in Freiburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Patrick Seeger (Foto: dpa/AFP/Archiv/Patrick Seeger)Public Viewing bei der Fußball-EM 2016 in Freiburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Patrick Seeger (Foto: dpa/AFP/Archiv/Patrick Seeger)

Lärmschutz soll vorübergehend eingeschränkt werden

Auch während der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft in Russland können sich die Fans in Deutschland auf nächtliches Public Viewing in Kneipen und Biergärten freuen. Die Bundesregierung will den strengen Lärmschutz vorübergehend mit einer Verordnung lockern, damit auch am späten Abend nach Abpfiff noch ausgelassen im Freien gefeiert werden kann, wie ein Sprecher des Bundesumweltministeriums am Mittwoch sagte. Mit der Regelung sollen Übertragungen auf Großleinwänden nach 22.00 Uhr erlaubt werden.

Die Regelung soll am kommenden Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden. An den Veranstaltungen bestehe "ein erhebliches öffentliches Interesse", weil dank Public Viewing viele Fußballfans, die sich eine Reise nach Russland nicht leisten könnten, live die Spiele zusammen mit vielen anderen auf Großleinwänden verfolgen könnten, begründete Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Verordnung in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Die für den Lärmschutz zuständige SPD-Politikerin will mit der Regelung erneut Eventveranstaltern und Gastronomen Rechts- und Planungssicherheit verschaffen. Bereits bei den Weltmeisterschaften 2006, 2010 und 2014 sowie bei den Europameisterschaften 2008 und 2016 hatte es vergleichbare Verordnungen gegeben.

Die Weltmeisterschaft in Russland beginnt am 14. Juni. Titelverteidiger Deutschland spielt erstmals am 17. Juni um 17.00 Uhr gegen Mexiko. Das Finale findet am 15. Juli statt.

Die Ausnahmeregelung ist nötig, weil die geltenden Lärmschutzstandards aufgrund später Anstoßzeiten an vielen Orten nicht eingehalten werden könnten. Privat sind solche Public Viewings aber nur zulässig, wenn sie vorher bei der Kommune angemeldet werden. Der Anmelder ist dann auch für die Sicherheit verantwortlich und im Fall der Fälle haftbar.

In vielen Städten gibt es aber öffentliche Anbieter von Public Viewings. Auch Kneipen können die Sonderregeln nutzen. Durch die neue Sonderregelung können auch nach 20.00 Uhr stattfindende Spiele auf Großleinwänden im Freien gezeigt werden.

Hendricks hatte auch bei der vergangen Europameisterschaft in Frankreich eine Ausnahmeregelung für das Public Viewing erteilt. Ihre Begründung: "Das gemeinschaftliche Fußballgucken unter freiem Himmel ist bei Europa- und Weltmeisterschaften mittlerweile Tradition".


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