05.02.2018, 12:27 Uhr

Mainz (AFP) Verbraucherschützer und Politik rufen zu mehr Vorsicht im Netz auf

Verbraucherschützer warnen vor Datenmissbrauch. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini (Foto: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini)Verbraucherschützer warnen vor Datenmissbrauch. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini (Foto: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini)

Grütters: Medienkompetenz spielt Schlüsselrolle für demokratische Meinungsbildung

Anlässlich des bevorstehenden Safer Internet Day haben Politik und Verbraucherschützer zu mehr Vorsicht im Netz und einem bewussteren Medienkonsum aufgerufen. Es sei von elementarer Bedeutung, Kindern und Jugendlichen frühzeitig die Fähigkeiten zur selbstbestimmten, verantwortungsvollen und kritischen Internetnutzung zu vermitteln, erklärte Medienstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Montag. Verbraucherschützer warnten vor Datenmissbrauch im Internet.

Grütters fügte hinzu, ihre Vorstellung von Medienkompetenz umfasse auch "die Fähigkeit, zwischen Fakten und 'fake news' unterscheiden zu können". Medienkompetenz spiele so auch eine "Schlüsselrolle für die demokratische Meinungsbildung".

Die Berliner Fachstelle für Suchtprävention will zum Safer Internet Day am Dienstag ebenfalls den Medienkonsum ins Zentrum rücken. Sie rief Eltern unter dem Motto "Heute schon miteinander gesprochen?" dazu auf, Medien innerhalb der Familie bewusst zu nutzen. Die Fachstelle empfahl, zum Beispiel für die Mahlzeiten eine medienfreie Zeit für die gesamte Familie zu vereinbaren.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mahnte derweil das Löschen der eigenen Daten beim WLAN-Routertausch an. "Selbst wenn der Router entsorgt wird, sollten die Daten gelöscht werden", erklärte Verbraucherschützer Michael Gundall. Sonst könne es etwa passieren, dass jemand anders auf die eigenen Kosten telefoniere, nachdem das eigene Gerät für ein neueres oder leistungsstärkeres ausgetauscht wurde.

Neben den Zugangsdaten für den Internetanschluss seien heute schließlich auch fast immer die Zugangsdaten für das Festnetztelefon abgespeichert, warnten die Verbraucherschützer. Auch wenn der Router im Internet verkauft wird, sollte das Gerät demnach auf Werkseinstellung zurückgesetzt werden. Hinweise dazu, wie das Zurücksetzen funktioniert, finden sich in der Bedienungsanleitung und im Internet.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg (vzb) rief zur Vorsicht vor Identitätsdiebstahl auf - immer häufiger würden sich Verbraucher darüber beschweren, dass sie Rechnungen für nicht bestellte Waren bekämen. Kriminelle würden gestohlene Daten im Netz für Einkäufe und Verträge auf Kosten ihrer Opfer nutzen, warnten die Verbraucherschützer. Zum Beispiel bestellen sie demnach kostenpflichtige Abo-Dienste auf fremde Rechnung.

"Grundsätzlich ist es immer ratsam, im Internet so wenige persönliche Daten wie möglich anzugeben. Werden sensible Daten wie Passwörter, Pins, Bankverbindung oder Kreditkartennummern in E-Mails abgefragt, sollten die Alarmglocken läuten", empfahl Verbraucherschützerin Michèle Scherer. "Wenn bereits Geld abgebucht worden ist, sollten Verbraucher schnellstmöglich ihre Bank informieren sowie alle betroffenen Konten und Karten sperren lassen", riet die vzb.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Samstag anlässlich des bevorstehenden Safer Internet Day zum Schutz der persönlichen Daten aufgerufen. "Es geht letztlich um die Souveränität jedes einzelnen Menschen", sagte sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.

Der Safer Internet Day ist von der Europäischen Union initiiert. Der jährliche Aktionstag soll Menschen aller Altersgruppen dazu bewegen, der Sicherheit im Internet mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nach Angaben der Bundesregierung wird der Aktionstag in diesem Jahr in mehr als hundert Ländern weltweit begangen.


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