02.02.2018, 02:11 Uhr

Hamburg (AFP) Hamburg will nach G20-Krawallen Foto-Fahndung aufs Ausland ausweiten

Krawalle während des G20-Gipfels. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Daniel Bockwoldt (Foto: dpa/AFP/Archiv/Daniel Bockwoldt)Krawalle während des G20-Gipfels. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Daniel Bockwoldt (Foto: dpa/AFP/Archiv/Daniel Bockwoldt)

Bilder sollen unter anderem in Spanien und Italien veröffentlicht werden

Ein halbes Jahr nach den Krawallen beim G20-Gipfel wollen die Hamburger Ermittlungsbehörden die umstrittene Öffentlichkeitsfahndung nach Randalierern und Plünderern auf andere Länder ausweiten. "Wir arbeiten derzeit daran, mit entsprechendem Bildmaterial auch im europäischen Ausland öffentlich zu fahnden", sagte Innensenator Andy Grote (SPD) dem "Hamburger Abendblatt" (Freitagausgabe). Die Bilder sollen etwa in Spanien und Italien verbreitet werden, da aus diesen Ländern besonders viele militante Linksextremisten zum G20-Gipfel angereist waren.

Mit dem Schritt betrete man "Neuland", sagte Grote. Die bisherige Öffentlichkeitsfahndung in Deutschland sei erfolgreich gewesen. "Es ist bereits gelungen, viele Täter zu identifizieren", sagte Grote der Zeitung. Nach Polizeiangaben sind bislang 23 Tatverdächtige ausfindig gemacht worden, nach denen mit Fotos gefahndet wurde.

Der Innensenator verteidigte die Veröffentlichung der Bilder. "Ich warne sehr eindringlich davor, die Taten im Schanzenviertel oder in Altona zu verharmlosen. Die deutliche Gegenreaktion der linken Szene kann niemanden wundern. Erstmals können sich Täter noch Monate nach Krawallen nicht sicher fühlen", sagte Grote.

Während des G20-Gipfels hatte es in der Hamburg tagelang schwere Krawalle gegeben. Trotz des Einsatzes von mehr als 20.000 Polizisten zündeten Randalierer zahlreiche Autos an und plünderten Geschäfte. Hunderte Polizisten wurden verletzt.


0 Kommentare