28.12.2017, 14:13 Uhr

Ludwigshafen (AFP) Haftbefehl gegen mutmaßlichen Täter nach tödlicher Messerattacke auf 15-Jährige

Ermittler zur tödlichen Messerattacke in Kandel. Quelle: dpa/AFP/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Andreas Arnold)Ermittler zur tödlichen Messerattacke in Kandel. Quelle: dpa/AFP/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Andreas Arnold)

Verdacht auf Totschlag nach Tat im pfälzischen Kandel

Nach der tödlichen Messerattacke auf ein 15-jähriges Mädchen im pfälzischen Kandel ist gegen den mutmaßlichen Täter Haftbefehl erlassen worden. Der ebenfalls 15-Jährige sitzt wegen Verdachts auf Totschlag in Untersuchungshaft, wie die Leiterin der zuständigen Staatsanwaltschaft Landau, Angelika Möhlig, am Donnerstag in Ludwigshafen mitteilte. Der mutmaßliche Täter war der Ex-Freund des Mädchens.

Der aus Afghanistan stammende Verdächtige soll seine frühere Freundin am Mittwochnachmittag in einem Drogeriemarkt in Kandel angegriffen haben. Die beiden waren nach den bisherigen Ermittlungen zuvor zufällig aufeinander getroffen. In dem Markt soll er mehrfach mit einem Messer auf die 15-Jährige eingestochen haben. Sie erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Polizei um einen Asylbewerber, der im Frühjahr 2016 unbegleitet nach Deutschland kam. Mit dem Opfer soll er den Ermittlern zufolge ein mehrmonatige Beziehung gehabt haben, die das Mädchen aber Anfang des Monats beendete. Am 15. Dezember erstatteten ihre Eltern demnach Anzeige gegen ihn wegen Beleidigung sowie Nötigung und Bedrohung. Die Anzeige sei wohl im Zusammenhang damit zu sehen, dass die Tochter die Beziehung mit dem Tatverdächtigen beendet habe, sagte Polizeivizepräsident Eberhard Weber.

Trotz der Hinweise auf eine Beziehungstat wollten sich die Ermittler zum möglichen Motiv nicht konkret äußern. Die Ermittlungen dazu und zu den Hintergründen der Tat dauerten an.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung zeigte sich bestürzt. "Wir sind betroffen von dieser schrecklichen Tat", erklärten Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne). Es werde alles getan, um die Hintergründe der Tat aufzuklären.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Martin Brandl, erklärte, die Fraktion sei "sehr betroffen". Wichtig sei nun "die schnelle und gründliche Aufarbeitung der Tat und der Hintergründe".


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