28.12.2017, 14:55 Uhr

Berlin (AFP) Österreichische Niki soll offenbar an britisch-spanische IAG gehen

Niki ist insolvent. Quelle: AFP/Archiv/ALEX HALADA (Foto: AFP/Archiv/ALEX HALADA)Niki ist insolvent. Quelle: AFP/Archiv/ALEX HALADA (Foto: AFP/Archiv/ALEX HALADA)

Verkaufsverhandlungen nur noch mit einem Bieter - 40 Millionen Euro "im Gespräch"

Der insolvente österreichische Ferienflieger Niki soll offenbar an die British-Airways-Mutter IAG gehen. Österreichische Medien berichteten am Donnerstag unter Berufung auf Insider, Insolvenzverwalter Lucas Flöther werde exklusiv mit IAG verhandeln, zu der auch der spanische Billigflieger Vueling gehört. Im Gespräch sei eine Kaufsumme von 40 Millionen Euro für Niki, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Flöther selbst teilte am Donnerstag nur mit, der vorläufige Gläubigerausschuss habe entschieden, die Verkaufsverhandlungen für den Geschäftsbetrieb des Unternehmens vorerst exklusiv mit einem Bieter fortzusetzen - Namen nannte der Insolvenzverwalter nicht. Er sei beauftragt, in den kommenden Tagen den Kaufvertrag "endzuverhandeln".

Niki, gegründet vom ehemaligen Rennfahrer Niki Lauda, gehörte zu Air Berlin. Nach der Pleite von Air Berlin Mitte August wollte die Lufthansa Niki zusammen mit weiteren Teilen von Air Berlin kaufen - verzichtete Mitte Dezember aber wegen starker Wettbewerbsbedenken der EU-Kommission. Niki meldete umgehend Insolvenz an und steht seitdem zum Verkauf.

Interesse angemeldet hatte auch Lauda. Er bestätigte am Donnerstag gegenüber der Zeitung "Die Presse", er sei aus dem Rennen. Das habe ihm der Insolvenzverwalter schriftlich mitgeteilt, sagte er der Nachrichtenagentur APA. In dem Schreiben sei keine Begründung angeführt worden. Er habe alleine ein Angebot für Niki unterbreitet, der britische Reiseveranstalter Thomas Cook habe für den Rest geboten.

Er habe den Plan gehabt, Niki in Österreich zu halten, sagte Lauda der "Presse". Ein Verkauf ins Ausland, wie er sich nun abzeichne, bedeute eine Zerschlagung. "Das ist ein Trauerspiel." Für den Billigflieger Vueling wären die vielen Start- und Landerechte (Slots) von Niki in Spanien und vor allem auf Mallorca ein "Volltreffer", schrieb die "Presse".

Die Betriebserlaubnis für Niki ist nur bis 3. Januar verlängert worden, sagte Lauda weiter. Danach muss der Käufer von Niki die laufenden Kosten bezahlen. Die Airline beschäftigt noch rund tausend Mitarbeiter, 210 in Deutschland und 790 in Österreich.


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