26.12.2017, 14:39 Uhr

Berlin (AFP) Rekordjahr für Deutschlands Top-Unternehmen - Große Zuversicht in der Wirtschaft

Neuwagen vor der Verladung in Bremerhaven. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Ingo Wagner (Foto: dpa/AFP/Archiv/Ingo Wagner)Neuwagen vor der Verladung in Bremerhaven. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Ingo Wagner (Foto: dpa/AFP/Archiv/Ingo Wagner)

Studie: Gewinn der 100 umsatzstärksten Unternehmen steigt gut ein Fünftel

Deutschlands Top-Unternehmen steuern auf ein Rekordjahr zu: Der Gesamtumsatz der 100 umsatzstärksten börsennotierten Konzerne kletterte in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp sieben Prozent auf 1,25 Billionen Euro, wie eine am Dienstag veröffentlichte Analyse der Beratungsgesellschaft Ernst&Young ergab. Der Gewinn stieg demnach sogar um 21 Prozent. Ähnlich positive Ergebnisse brachte eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft unter Unternehmensverbänden.

Ernst&Young analysierte die Entwicklung der 100 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands im Zeitraum Januar bis September 2017. Banken und Versicherungen wurden nicht mit einbezogen. Demnach wird sowohl das Umsatz- als auch das Gewinnranking von Autokonzernen angeführt: Volkswagen, Daimler und BMW sind die umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Beim Gewinn sind der Studie zufolge Daimler und Volkswagen führend, vor der Deutschen Telekom und BMW.

Die höchsten Margen fahren aber kleinere Unternehmen ein: Der Flughafenbetreiber Fraport schaffte laut EY in den ersten neun Monaten ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 24 Prozent, die Pharmakonzerne Bayer und Merck kamen ebenso wie die Bayer-Abspaltung Covestro auf eine Marge von 20 Prozent.

"Von den 100 umsatzstärksten Unternehmen schafften 76 einen Gewinnanstieg, sogar 84 konnten ihren Umsatz erhöhen", resümierte EY-Geschäftsführungsmitglied Mathieu Meyer. Viele deutsche Unternehmen arbeiteten derzeit am Rande ihrer Kapazitäten. Mindestens bis zur Jahresmitte dürfte es auf diesem hohen Auslastungsniveau weitergehen.

Insgesamt 57 der 100 umsatzstärksten Unternehmen stammen demnach aus klassischen Industriebranchen wie Maschinen- und Automobilbau sowie Bergbau, Chemie und Energieversorgung - vor einem Jahr waren es noch 55.

71 Prozent der deutschen Top-Unternehmen stockten der Analyse zufolge im Jahresverlauf die Belegschaft auf: Insgesamt beschäftigten sie Ende September weltweit knapp 4,9 Millionen Menschen, 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das mitarbeiterstärkste Unternehmen ist demnach weiterhin Volkswagen: Beim Wolfsburger Autokonzern waren der Studie zufolge Ende September gut 610.000 Menschen beschäftigt - zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Deutsche Post mit etwa 465.000 und Siemens mit 372.000 Beschäftigten.

Auch die Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 48 Unternehmensverbänden ergab, dass die Unternehmen mit großer Zuversicht ins neue Jahr gehen. 26 Verbände gaben an, die Wirtschaftslage habe sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert, 20 bewerten die Situation genauso wie zum Jahreswechsel 2016/17, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben) unter Berufung auf die Umfrage berichteten.

Lediglich zwei der befragten Verbände gehen von verschlechterten Perspektiven aus. Mehr als zwei Drittel der Verbände erwarten demnach, dass ihre Unternehmen im kommenden Jahr mehr produzieren als 2017. In der Stahl- und Metallverarbeitung sowie in der Bauindustrie werde sogar von einer "wesentlich höheren Wirtschaftsleistung" ausgegangen.

19 der befragten Verbände erwarten weiteren Beschäftigungsaufbau - nicht allein in den Dienstleistungsbranchen, sondern auch in weiten Teilen der Industrie wie in der Chemie-, Automobil- und Elektrobranche.


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