24.12.2017, 12:57 Uhr

Heilbronn (AFP) Grüne kritisieren Zustand der Helikopterflotte der Bundeswehr als "katastrophal"

Ein Mehrzweckhubschrauber NH90 . Quelle: dpa/AFP/Archiv/Carsten Rehder (Foto: dpa/AFP/Archiv/Carsten Rehder)Ein Mehrzweckhubschrauber NH90 . Quelle: dpa/AFP/Archiv/Carsten Rehder (Foto: dpa/AFP/Archiv/Carsten Rehder)

Bundeswehr-Piloten müssen in Hubschraubern des ADAC trainieren

Angesichts des Trainings von Bundeswehr-Piloten in ADAC-Hubschraubern hat der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner den Zustand der Helikopterflotte der Truppe scharf kritisiert. Es sei zwar besser, Piloten auf Hubschraubern des ADAC auszubilden, als gar kein Flugtraining vorzunehmen, sagte Lindner der "Heilbronner Stimme" laut Meldung vom Sonntag.

"Aber die Tatsache, dass man auf Maschinen von Dritten zurückgreifen muss, zeigt natürlich, dass die Verfügbarkeit von Hubschraubern in der Bundeswehr nach wie vor katastrophal ist", fügte der Grünen-Politiker hinzu. Die Bundeswehr lässt ihre Piloten wegen des schlechten Zustands ihrer Helikopterflotte künftig auch in ADAC-Hubschraubern trainieren, wie der "Spiegel" berichtete.

Für rund 21 Millionen Euro hat das Verteidigungsministerium demnach 6500 Flugstunden per Vertrag beim Automobilclub eingekauft. Ab März 2018 sollen Bundeswehrpiloten am Truppenstandort im niedersächsischen Bückeburg auf zivilen Hubschraubern vom Typ EC 135 für ihre Basisausbildung oder zum Erhalt von Fluglizenzen Stunden abfliegen.

Der Grund für die Notmaßnahme ist dem Bericht zufolge, dass sowohl die erst vor einigen Jahren eingeführten Militärhubschrauber vom Typ "Tiger" als auch der NH90 unter technischen Ausfällen leiden und nicht oft genug für Ausbildungsflüge zur Verfügung stehen. Auf den ADAC-Hubschraubern solle vor allem der Instrumentenflug geübt werden, erklärte das Wehrressort dem Bericht zufolge. Militärisch werden die Piloten weiterhin auf Helikoptern der Bundeswehr ausgebildet.

Die Probleme bei der Helikopterflotte der Bundeswehr seien seit mindestens Ende 2014 bekannt, erklärte Lindner. "Es ist ein Armutszeugnis, wenn auch drei Jahre später bei neuen Typen wie dem NH90 teilweise weniger als ein Drittel der Hubschrauber tatsächlich einsatzbereit sind."


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