23.12.2017, 23:18 Uhr

Berlin (AFP) Flüchtlingsamt Bamf verfehlt 2017 selbst gesteckte Ziele

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bernd Von Jutrczenka (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bernd Von Jutrczenka)Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bernd Von Jutrczenka (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bernd Von Jutrczenka)

Wartezeit für Integrationskurse immer noch doppelt so hoch wie geplant

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat in diesem Jahr seine Ziele beim Angebot von Integrationskursen für Migranten verfehlt. Die Wartezeit für den Antritt eines solchen Kurses sei im Laufe des Jahres bis Ende November auf 12,5 Wochen angestiegen, teilte die Behörde auf Anfrage der "Welt am Sonntag" mit. Damit liegt das Bamf weit hinter seinem Anfang des Jahres selbst gesteckten Ziel von sechs Wochen Wartezeit.

Im Januar hatte die durchschnittliche Wartezeit noch bei 10,9 Wochen gelegen. Das Amt müsse "noch besser darin werden, die Menschen schneller und gezielter in die Integrationskurse zu bringen", sagte eine Sprecherin der Zeitung. Bamf-Präsidentin Jutta Cordt hatte die Integration von Geflüchteten mit Bleibeperspektive in der Vergangenheit als eine "zentrale Aufgabe" bezeichnet.

Neben der durchschnittlichen Wartezeit für die Kurse hat das Bamf dem Bericht zufolge auch andere Zielmarken noch nicht erreicht. So sollten insgesamt 430.000 Menschen in diesem Jahr an Integrationskursen teilnehmen. Bis Mitte Dezember seien es allerdings nur etwas mehr als 280.000 neue Teilnehmer gewesen.

Bei der so genannten "berufsbezogenen Sprachförderung" sollten 175.000 Kursteilnehmer im Laufe des Jahres erreicht werden. Es waren dann aber nur etwa 84.000, wie die Zeitung berichtete.

Die Förderung der "Integration" und des "gesellschaftlichen Zusammenhalts" bildet eine Säule der internen Bamf-Ziele, die der "Welt am Sonntag" vorliegen. Zum Integrationskurs gehört neben dem Sprachkurs ein so genannter Orientierungskurs mit einer Einführung in deutsche Rechtsordnung, Geschichte und Kultur.


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