22.12.2017, 20:20 Uhr

Tegucigalpa (AFP) Oppositionskandidat räumt Niederlage bei Präsidentschaftswahl in Honduras ein

Oppositionskandidat Nasralla. Quelle: AFP/ORLANDO SIERRA (Foto: AFP/ORLANDO SIERRA)Oppositionskandidat Nasralla. Quelle: AFP/ORLANDO SIERRA (Foto: AFP/ORLANDO SIERRA)

Nasralla reagiert auf Anerkennung von Wahlsieg von Amtsinhaber durch die USA

Nach wochenlangen Auseinandersetzungen um die Präsidentschaftswahl in Honduras hat der Oppositionskandidat Salvador Nasralla seine Niederlage eingeräumt. Der Bewerber des Mitte- Links-Bündnisses reagierte damit am Freitag auf die Anerkennung des Wahlsiegs von Amtsinhaber Juan Orlando Hernández durch die USA. "Mit der Entscheidung der USA bin ich draußen", sagte der 64-Jährige dem Sender HCH.

Zugleich beklagte Nasralla, die USA hätten seinem Land das Ergebnis der Wahl vom 26. November "aufgezwungen". Washington habe "Angst vor Linksregierungen". Der bekannte Fernsehmoderator erklärte am Freitag auch seinen Rückzug aus der Politik.

Über den Ausgang der Präsidentschaftswahl in dem zentralamerikanischen Land hatte seit Wochen ein heftiger Streit getobt. In den ersten Stunden nach der Wahl hatte Nasralla einen deutlichen Vorspruch vor dem rechtskonservativen Hernández. Nach mehrtägigen Verzögerungen bei der Auszählung lag dann aber der 49-jährige Amtsinhaber vorne.

Die Opposition sprach von Wahlbetrug. Bei gewaltsamen Protesten wurden laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 14 Menschen getötet. Das Oberste Wahlgericht erklärte Hernández schließlich am Sonntag zum Wahlsieger - mit einem Vorsprung von 1,5 Prozentpunkten. Das US-Außenministerium beglückwünschte Hernández am Freitag zu seinem Wahlsieg, mahnte aber eine "transparente und vollständige" Untersuchung der Betrugsvorwürfe an.


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