22.12.2017, 07:21 Uhr

Essen (AFP) Einigung zwischen ThyssenKrupp und IG Metall im Stahlstreit

Protest gegen Stahlfusion . Quelle: dpa/AFP/Archiv/Thomas Frey (Foto: dpa/AFP/Archiv/Thomas Frey)Protest gegen Stahlfusion . Quelle: dpa/AFP/Archiv/Thomas Frey (Foto: dpa/AFP/Archiv/Thomas Frey)

Standort- und Beschäftigungssicherung für rund acht Jahre

Im Streit um die geplante Fusion der ThyssenKrupp-Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata hat sich der Konzernvorstand mit der IG Metall geeinigt. Vereinbart worden sei eine Standort- und eine Beschäftigungssicherung für rund acht Jahre, teilte ThyssenKrupp am Donnerstagabend mit. Vorstandschef Heinrich Hiesinger erklärte, die Einigung entspreche "unserem Verständnis von unternehmerischer Verantwortung" und gebe dem Konzern die Möglichkeit, die für das geplante Gemeinschaftsunternehmen angekündigten wirtschaftlichen Vorteile zu erzielen.

ThyssenKrupp und Tata Steel hatten im September angekündigt, ihre Stahlaktivitäten in Europa zusammenzulegen und so den zweitgrößten europäischen Stahlproduzenten nach ArcelorMittal zu schmieden. Die Fusion in einem Joint Venture soll zum Wegfall von bis zu 4000 Jobs führen, rund die Hälfte davon bei ThyssenKrupp.

Diese 2000 Stellen würden wie angekündigt abgebaut, teilte ThyssenKrupp mit. Dies geschehe "sozialverträglich so wie auch in der Vergangenheit".

Mit dem Start des Gemeinschaftsunternehmens voraussichtlich Ende 2018 werde dann der nun mit der IG Metall vereinbarte Tarifvertrag in Kraft treten und rund acht Jahre bis Ende September 2026 gelten. Er sieht nach Angaben des Unternehmens eine Beschäftigungssicherung vor; auch die Aus- und Weiterbildungskapazitäten blieben erhalten.

Eine Sicherung sei auch für eine Mehrheit der deutschen Standorte vorgesehen - eine "Anpassung einzelner Anlagen" sei aber weiterhin möglich. Für einzelne Betriebsteile in Bochum, Eichen und Hüttenheim sei eine Wirtschaftlichkeitsprüfung Ende 2020 vereinbart worden, für sie gelte die Standortsicherung bis Ende 2021.

Die IG Metall und Beschäftigte von ThyssenKrupp hatten heftig gegen die geplante Fusion protestiert. Sie fürchteten weitere Stellenstreichungen zu einem späteren Zeitpunkt sowie Standortschließungen und hatten Beschäftigungssicherung für ein Jahrzehnt gefordert.

Die IG Metall werde das Ergebnis im Januar an den Stahlstandorten zur Abstimmung stellen, teilte ThyssenKrupp weiter mit. Die Tarifkommission der Gewerkschaft habe empfohlen, das Verhandlungsergebnis anzunehmen.


0 Kommentare