21.12.2017, 20:28 Uhr

Den Haag (AFP) Schlusszeremonie des UN-Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien

Gebäude des Haager Tribunals für Ex-Jugoslawien . Quelle: ANP/AFP/Archiv/- (Foto: ANP/AFP/Archiv/-)Gebäude des Haager Tribunals für Ex-Jugoslawien . Quelle: ANP/AFP/Archiv/- (Foto: ANP/AFP/Archiv/-)

Guterres: Strafgerichtshof gab "Opfern eine Stimme"

Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag hat am Donnerstag mit einer offiziellen Zeremonie seine Tätigkeit beendet. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, das Tribunal habe "den Opfern eine Stimme gegeben". Nach dem Strafgerichtshof sei die Justiz "keine Frage mehr des ob, sondern eine Frage nach dem wann und wie", unterstrich John Hocking, der ranghöchste Verwaltungsbeamte des Kriegsverbrechertribunals.

Hocking verwies auf bislang ungesühnte Verbrechen wie die brutale Verfolgung der Rohingya-Minderheit in Myanmar - von den Vereinten Nationen als "ethnische Säuberung" bezeichnet.

Das Tribunal war im Mai 1993 durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrats ins Leben gerufen worden. Als Chefankläger amtierte in den vergangenen Jahren der Belgier Serge Brammertz, der 2008 die Nachfolge der Schweizerin Carla Del Ponte antrat.

Von den insgesamt 161 Angeklagten wurden 90 verurteilt. In 19 Fällen kam es zu Freisprüchen. Zuletzt erregte Ende November der Fall des bosnisch-kroatischen Militärkommandeurs Slobodan Praljak Aufsehen, der sich bei der Verkündung seiner 20-jährigen Haftstrafe in einem Berufungsverfahren durch die Einnahme von Gift das Leben nahm.

Wenige Tage zuvor hatte das Haager Tribunal in seinem letzten großen Verfahren in einem weltweit beachteten Urteil den ehemaligen bosnisch-serbischen General Ratko Mladic wegen Völkermordes und Verbrechens gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt.


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