21.12.2017, 11:41 Uhr

München (AFP) Siemens-Aufsichtsratschef Cromme verteidigt Sanierungskurs

Proteste gegen geplante Werksschließungen bei Siemens. Quelle: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN (Foto: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN)Proteste gegen geplante Werksschließungen bei Siemens. Quelle: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN (Foto: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN)

Suche nach sozialverträglichen Lösungen angekündigt

Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hat den geplanten Stellenabbau bei dem Technologieunternehmen verteidigt. Er sei fest davon überzeugt, dass der Kurs von Siemens und dessen Vorstandschef Joe Kaeser richtig sei, sagte Cromme der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag. Der geplante Abbau von 6900 Stellen und die Schließung von Standorten seien unausweichlich. Sachsens neuer Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) forderte eine faire Prüfung der Siemens-Standorte.

Siemens will weltweit in den kommenden Jahren 6900 Stellen streichen, davon rund die Hälfte in Deutschland. Mehrere Werke sollen ganz geschlossen werden, darunter zwei in Sachsen. Siemens hatte die Kürzungspläne in der Kraftwerks- und Antriebstechnologie mit einem "rasant zunehmenden Strukturwandel" bei der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor begründet.

Cromme betonte in der "Süddeutschen", die Nachfrage sei "dramatisch eingebrochen" und werde nicht wieder das alte Niveau erreichen: "Wenn wir jetzt nicht reagieren, wird man uns hinterher Managementfehler vorwerfen." Der Aufsichtsratschef betonte, für die betroffenen Mitarbeiter sollten sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Dafür seien "konstruktive Gespräche" mit den Betriebsräten geplant.

Kretschmer sagte im Sender MDR, seine Regierung setze darauf, "dass die Standorte auch wirklich fair beurteilt werden und dass am Ende der sich durchsetzt, der am effizientesten ist". Es müsse darum gehen, welche Standorte welche Potenziale hätten und was der beste Standort für welches Produkt sei. "Da haben wir - glaube ich - in Sachsen sehr sehr gute Chancen, überhaupt in Mitteldeutschland, auch in Erfurt, weil hier engagierte Mitarbeiter sind, weil hier die Lohnstruktur in Ordnung ist, weil hier auch hohe Qualifikation ist."

Die gesellschaftliche Erwartung in Deutschland sei, "dass man nicht um das letzte halbe Prozent Rendite kämpft und feilscht", sagte Kretschmer weiter. Siemens habe eine Verantwortung für die Standorte.


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