20.12.2017, 10:39 Uhr

Berlin (AFP) Göring-Eckardt wirbt für Duo aus Baerbock und Habeck an der Grünen-Spitze

Quelle: AFP/John MACDOUGALL (Foto: AFP/John MACDOUGALL)Quelle: AFP/John MACDOUGALL (Foto: AFP/John MACDOUGALL)

Fraktionsvorsitzende sieht kein Hindernis für zwei Realos als Parteichefs

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt wirbt für ein Duo aus Annalena Baerbock und Robert Habeck an der Spitze der Partei. Bei der Neuwahl der Vorsitzenden im Januar gehe es darum, das Beste für die Partei herauszuholen, sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Mittwoch. "Die beiden sind dabei ein sehr gutes Angebot." Die Bundestagsabgeordnete Baerbock und der schleswig-holsteinische Umweltminister Habeck werden beide eher dem Realo-Flügel der Partei zugerechnet.

Die Wahl der beiden zu Parteivorsitzenden wäre ein Novum, weil bei dem Duo an der Parteispitze bislang immer der Flügelproporz eingehalten worden ist. Göring-Eckardt sagte dazu: "Ich sehe einen großen Wunsch in allen Teilen der Partei, dass Annalena Baerbock und Robert Habeck Parteivorsitzende werden. Das ist genau richtig und auch gut so."

Zu der Ankündigung der bisherigen Parteichefin Simone Peter, erneut zu kandidieren, sagte Göring-Eckardt lediglich: "Nun haben wir eine Auswahl, und die Delegierten können entscheiden."

Hindernisse bei der Kandidatur der beiden sieht die Fraktionschefin nicht, weder hinsichtlich der Zugehörigkeit beider zum sogenannten Realo-Flügel der Grünen noch hinsichtlich des Ministerpostens von Habeck in Schleswig-Holstein. Die Satzung der Partei schließt solche Doppelämter grundsätzlich aus. "Robert Habeck steht gar nichts im Weg", sagte Göring-Eckardt. Es lägen bereits zahlreiche Anträge für eine entsprechende Satzungsänderung zum Parteitag im Januar vor.

Die Grünen wählen ihr neues Führungsduo auf dem Bundesparteitag Ende Januar in Hannover. Der bisherige Vorsitzende Cem Özdemir tritt nicht mehr an. Es wird allerdings spekuliert, dass er für den Fraktionsvorsitz im Bundestag kandidieren könnte. Würde er gewählt, ginge das zu Lasten des Amtsinhabers Anton Hofreiter, denn Göring-Eckardt ist als einzige weibliche Kandidaten praktisch gesetzt. Sie und Özdemir würden dann aber auch in der Fraktion eine Realo-Doppelspitze bilden.


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