19.12.2017, 15:32 Uhr

Berlin (AFP) Für Rettung von Ferienflieger Niki bleibt mehr Zeit

Niki-Maschine in Wien. Quelle: AFP/Archiv/ALEX HALADA (Foto: AFP/Archiv/ALEX HALADA)Niki-Maschine in Wien. Quelle: AFP/Archiv/ALEX HALADA (Foto: AFP/Archiv/ALEX HALADA)

Interessenten müssen bis Donnerstagmittag verbindliche Angebote machen

Für die Rettung der Fluglinie Niki bleibt mehr Zeit als bislang angenommen. Vor Jahresende müsse nicht mit dem Verlust der wichtigen Start - und Landerechte gerechnet werden, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Verbindliche Angebote für Niki nimmt Flöther noch bis Donnerstagmittag entgegen - eine Entscheidung könnte nach Weihnachten fallen.

Das Verkehrsministerium in Wien habe nach dem Insolvenzantrag von Niki ein Prüfverfahren eingeleitet, sagte Markus Pohanka von der österreichischen Flugaufsicht Austro Control dem "Spiegel". Für dieses Verfahren gebe es keine Fristen. Und solange die Prüfung laufe, behalte die Airline ihre Betriebsgenehmigung. Diese Genehmigung gilt nicht nur für Österreich, sondern auch für Deutschland, und schließt die Start- und Landerechte ein.

Nach der Pleite der Niki-Muttergesellschaft Air Berlin hatte zunächst die Lufthansa den Ferienflieger kaufen wollen. Deutschlands größte Fluggesellschaft verzichtete aber vergangenen Mittwoch wegen der starken Wettbewerbsbedenken der EU-Kommission. Niki beantragte umgehend Insolvenz und stellte den Flugbetrieb ein. Tausende Passagiere saßen auf einen Schlag fest.

Nach Angaben aus Österreich gibt es aber drei oder vier andere Interessenten für Niki im Ganzen oder in Teilen. Unter ihnen sind der Gründer der Airline, der frühere Rennfahrer Niki Lauda, und der britische Reiseveranstalter Thomas Cook. Es gebe ein "enormes Investoreninteresse", hatte Insolvenzverwalter Flöther der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag gesagt. Die bis Donnerstag eingereichten Angebote würden am Freitag dem Gläubigerausschuss vorgelegt, sagte der Sprecher Flöthers.

Eine Entscheidung dürfte voraussichtlich nach Weihnachten fallen. "Vor Weihnachten ist das sicher nicht erledigt", sagte Niki Lauda der "Zeit" laut Vorabmeldung. "Bis Donnerstag wird es mehrere Angebote geben, und Freitag wird es kaum heißen, der Herr Lauda kriegt's."

Lauda kritisierte die Lufthansa erneut scharf. "Jetzt versaut sie vielen Urlaubern und ihren Kindern den Urlaub. Und dann stehen da hunderte Mitarbeiter und wissen Weihnachten nicht, wie es weiter geht. Aber Hauptsache, wir bekommen noch ein paar Start- und Landerechte. Da graut's mir."

Die Lufthansa wollte ursprünglich 81 Flugzeuge von Air Berlin übernehmen, darunter 21 von Niki. Deutschlands größte Fluggesellschaft durfte nach eigenen Angaben vier Maschinen von Niki kaufen - musste sich aber verpflichten, die Maschinen zu Marktkonditionenn weiterzuverkaufen, falls ein anderer Käufer für Niki gefunden wird.


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