19.12.2017, 13:08 Uhr

Berlin (AFP) Hinterbliebene und Politiker gedenken der Opfer des Weihnachtsmarktsanschlags

Gedenkstätte am Berliner Breitscheidplatz. Quelle: AFP/John MACDOUGALL (Foto: AFP/John MACDOUGALL)Gedenkstätte am Berliner Breitscheidplatz. Quelle: AFP/John MACDOUGALL (Foto: AFP/John MACDOUGALL)

Hinterbliebene, Betroffene und Spitzenpolitiker haben gemeinsam der Opfer des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor einem Jahr gedacht. "Heute halten wir alle inne", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag bei der Übergabe einer neuen Gedenkstätte am Breitscheidplatz, dem Ort des Anschlags. "Die Nacht des 19. Dezember und die Tage danach werden uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben."

Hinterbliebene, Betroffene und Spitzenpolitiker haben gemeinsam der Opfer des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor einem Jahr gedacht. "Heute halten wir alle inne", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag bei der Übergabe einer neuen Gedenkstätte am Breitscheidplatz, dem Ort des Anschlags. "Die Nacht des 19. Dezember und die Tage danach werden uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben."

Die Einweihung der Gedenkstätte - ein goldener Riss im Boden und die eingravierten Namen der zwölf Todesopfer - stand im Mittelpunkt des Gedenkens. Zuvor waren unter Ausschluss der Öffentlichkeit Hinterbliebene, Betroffene und Rettungskräfte in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zu einer interreligiösen Andacht zusammengekommen.

"Wir denken an diejenigen, die auf dem Weihnachtsmarkt alles miterlebt haben, die in Todesangst waren und nicht vergessen können, was sie mit ansehen und anhören mussten", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Neben Steinmeier und Müller nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie zahlreiche Mitglieder der Bundesregierung und des Berliner Senats an der Andacht teil.

Der evangelische Landesbischof Martin Dröge rief die Menschen auf, sich nicht von Hass und Gewalt spalten zu lassen: "Wo Menschen zusammenstehen, sich gegenseitig trösten, nicht zulassen, dass die Taten der Gewalt Hass in die Herzen säen, da ist heute schon das Licht zu spüren, das die Dunkelheit besiegt."

Bei der anschließenden Einweihung der Gedenkstätte legten die Teilnehmer Teelichter nieder. Manche von ihnen weinten und hielten sich tröstend im Arm. Die Gedenkstätte war geschmückt mit unzähligen weißen Rosen. Neben den in den Treppenstufen an der Gedächtniskirche eingravierten zwölf Namen hatten Hinterbliebene Bilderrahmen mit Fotos der Opfer sowie Blumensträuße niedergelegt.

Das Attentat habe bei den Betroffenen "tiefe seelische und auch körperliche Wunden" hinterlassen, sagte Müller. Mit Blick auf den Attentäter Anis Amri und Gewalttäter im Allgemeinen fügte er hinzu: "Sie haben uns nicht spalten können." Er wünschte den Angehörigen und Betroffenen Kraft, ihren Verlust und das Erlebte zu verarbeiten.

"Heute ist ein Tag der Trauer, aber auch ein Tag des Willens, das was nicht gut gelaufen ist, besser zu machen", sagte Merkel am Rande der Gedenkfeierlichkeiten. Sie war am Montag mit Betroffenen und Angehörigen zusammengekommen. "Es war ein sehr offenes, auch von Seiten der Menschen, die betroffen sind, sehr schonungsloses Gespräch", sagte sie am Dienstag.

Das Gespräch habe gezeigt, "welche Schwächen unser Staat in so einer Situation auch gezeigt hat." Merkel kündigte an, in wenigen Monaten erneut mit den Hinterbliebenen und Verletzten zusammentreffen. Dabei gehe es um die Fragen: "Was haben wir gelernt? Was werden wir in Zukunft anders machen?"

Die Gedenkfeierlichkeiten fanden unter großem Sicherheitsaufwand statt. Der Breitscheidplatz zwischen Zoo und Kurfürstendamm war weiträumig abgesperrt. Polizisten sicherten den zum Jahrestag geschlossen gebliebenen Weihnachtsmarkt. Auf den Dächern umliegender Häuser waren Scharfschützen postiert.

Die Schausteller vom Breitscheidplatz luden die Öffentlichkeit ein, sich am Nachmittag an einer Mahnwache zu beteiligen. Im Berliner Abgeordnetenhaus gedachten derweil Spitzenpolitiker des Anschlags. Für den Abend war in der Gedächtniskirche ein öffentliches Friedensgebet geplant.


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