18.12.2017, 21:57 Uhr

Washington (AFP) Trump stellt Russland und China in Sicherheitsstrategie an den Pranger

Trump stellte seine Nationale Sicherheitsstrategie vor. Quelle: AFP/MANDEL NGAN (Foto: AFP/MANDEL NGAN)Trump stellte seine Nationale Sicherheitsstrategie vor. Quelle: AFP/MANDEL NGAN (Foto: AFP/MANDEL NGAN)

US-Präsident lobt zugleich gute Geheimdienstzusammenarbeit mit Moskau

Widersprüchliche Signale aus Washington: US-Präsident Donald Trump hat China und Russland in seiner ersten Nationalen Sicherheitsstrategie als globale Rivalen angeprangert. In der am Montag in Washington veröffentlichten Strategie werden beide Länder als "revisionistische Mächte" bezeichnet, die "Amerikas Macht, Einfluss und Interessen" herausfordern und versuchen würden, "Sicherheit und Wohlstand" der USA zu untergraben. Trump betonte allerdings zugleich, mit beiden Ländern "großartige Partnerschaften" aufbauen zu wollen.

Abweichend vom scharfen Ton der Textversion der Sicherheitsstrategie lobte Trump erneut die gute Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten der USA und Russlands, durch die ein Anschlag auf eine Kathedrale in Sankt Petersburg und "tausende Todesopfer" verhindert worden seien. Die russischen Behörden hätten dadurch mutmaßliche Terroristen festnehmen können, ohne dass es Tote gegeben habe, sagte Trump in seiner Rede. "So sollte das laufen."

Nach Angaben des Kreml stellte der US-Auslandsgeheimdienst CIA dem russischen Dienst FSB Informationen zur Verfügung, die zur "Enttarnung, Verfolgung und Festnahme der Kriminellen" geführt hätten.

Der 68-seitige Text der Nationalen Sicherheitsstrategie, verfasst von seinen wichtigsten Mitarbeitern, ist hingegen sehr scharf formuliert: "Russland versucht, den Einfluss der USA in der Welt zu schwächen und uns von unseren Verbündeten und Partnern zu trennen", heißt es darin. Russische Atomwaffen seien zudem "die bedeutendste existenzielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten".

China wird in dem Dokument vorgeworfen, die USA aus Asien "verdrängen" zu wollen. "Entgegen unseren Hoffnungen hat China seine Macht auf Kosten der Souveränität anderer ausgeweitet", heißt es mit Verweis auf Datendiebstahl, Handelsdefizite und "Merkmale seines autoritären Systems".


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