18.12.2017, 19:03 Uhr

Berlin (AFP) Merkel spricht mit Angehörigen der Opfer und mit Verletzten vom Breitscheidplatz

Passanten gedenken auf dem Breitscheidplatz der Opfer. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sophia Kembowski (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sophia Kembowski)Passanten gedenken auf dem Breitscheidplatz der Opfer. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sophia Kembowski (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sophia Kembowski)

Regierungskreise: Zu weiterem Treffen im Herbst eingeladen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist einen Tag vor dem ersten Jahrestag des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit Angehörigen der Opfer und mit Verletzten zusammengekommen. Das Treffen im Kanzleramt dauerte gut drei Stunden, wie ein Regierungssprecher am Montagabend mitteilte. Die persönliche Begegnung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Angesichts der Kritik von Hinterbliebenen an der Bundesregierung wurden die Betroffenen zu einem weiteren Treffen im nächsten Herbst eingeladen, wie aus Regierungskreisen verlautete. Dann solle es darum gehen, welche Änderungen es in Reaktion auf den Anschlag auf dem Breitscheidplatz gegeben habe.

Merkel hatte vor der Begegnung gesagt, ihr sei "wichtig, dass ich heute noch einmal deutlich mache, wie sehr wir mit den Angehörigen, mit den Verletzten fühlen". Das Treffen sei ihr "sehr wichtig", hob die Kanzlerin hervor. Sie wolle den Betroffenen auch versichern, dass die Lage von Anschlagsopfern "mit aller Kraft" verbessert werden solle. Das gelte auch für all die Fragen um den damaligen Attentäter Anis Amri.

Familien von Opfern hatten der Bundesregierung kürzlich in einem offenen Brief Versäumnisse in der Antiterrorpolitik vorgeworfen, aber auch mangelnde emotionale Unterstützung sowie bürokratische Hemmnisse nach dem Anschlag beklagt. Der von der Regierung als Opferbeauftragter eingesetzte SPD-Politiker Kurt Beck hatte vergangene Woche die Einrichtung spezieller Anlaufstellen schon am Tatort und eine "deutliche Anhebung" finanzieller Härtefallleistungen für bedürftige Hinterbliebene angemahnt.

Zu dem Treffen mit Merkel zugesagt hatten nach Angaben der Bundesregierung mehr als 80 Menschen, viele von ihnen aus dem Ausland. Bei dem Anschlag am 19. Dezember 2016 waren zwölf Menschen getötet und etwa 70 weitere verletzt worden - einige von ihnen so schwer, dass sie bis heute kein normales Leben führen können.


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