17.12.2017, 05:13 Uhr

Berlin (AFP) Berliner Bischof Dröge kritisiert Abbaupläne von Siemens und General Electric

Bischof  kritisiert Abbaupläne von Siemens und General Electric. Quelle: AFP/Archiv/CHRISTOF STACHE (Foto: AFP/Archiv/CHRISTOF STACHE)Bischof kritisiert Abbaupläne von Siemens und General Electric. Quelle: AFP/Archiv/CHRISTOF STACHE (Foto: AFP/Archiv/CHRISTOF STACHE)

Konzerne zu sozialer Verantwortung ermahnt

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, hat die Konzerne Siemens und General Electric aufgerufen, bei ihren Sparplänen Verantwortung für ihre Standorte zu übernehmen. So große Konzerne dürften sich im Strukturwandel nicht nur den Aktionären verpflichtet fühlen, sondern auch einer Region, sagte Dröge der Zeitung "Welt am Sonntag".

Beide Konzerne wollen Arbeitsplätze in Berlin und Görlitz abbauen und ganze Standorte aufgeben. Dröge mahnte, die Unternehmen müssten im eigenen Interesse soziale Verantwortung übernehmen. Der Weg sei nicht, "dass man zunächst unternehmerisch erfolgreich ist und sich dann erst um das Soziale kümmert, sondern schon im unternehmerischen Handeln muss immer das Soziale mitgedacht werden", mahnte der Theologe.

Zur Debatte um die Höhe von Managergehältern sagte Dröge: "In unserer Wirtschaft scheint das aus dem Ruder gelaufen zu sein." Niemand könne wohl erklären, "wieso die Bundeskanzlerin einen Bruchteil dessen verdient, was manche Manager verdienen". Natürlich solle derjenige, der mehr Verantwortung trägt, auch mehr verdienen als andere. Es habe sich aber "die Logik des finanziellen Denkens von den realen Gegebenheiten" abgetrennt.

Der Bischof warnte überdies vor völkischen und rechtspopulistischen Thesen aus den Reihen der AfD. Er beobachte, dass provokative Thesen von bestimmten Funktionären der AfD "immer die Grenze zur Menschenfeindlichkeit haarscharf streifen oder darüber hinweggehen". "Das wirkt wie Nadelstiche, die das Bewusstsein in unserer Gesellschaft verändern", sagte Dröge.

Im Gegensatz zu den 1930er-Jahren gebe es zwar eine breite gesellschaftliche Mitte, die nicht ansprechbar sei für rechtspopulistische Thesen. "Aber es sind wieder ähnliche Thesen, die vertreten werden - dieses Denken, dass das eigene Volk einen höheren Wert hat als andere." Da sehe er eine Gefahr.

Mitte November hatte Siemens die geplante Streichung von rund 3300 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt. General Electric gab vergangene Woche den Abbau von 1600 Stellen hierzulande bekannt.


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