16.12.2017, 02:17 Uhr

Santo Domingo (AFP) Venezuelas Regierung und Opposition wollen Verhandlungen im Januar fortsetzen

Danilo Medina (l.) und Heraldo Muñoz (r.). Quelle: afp/AFP/Erika SANTELICES (Foto: afp/AFP/Erika SANTELICES)Danilo Medina (l.) und Heraldo Muñoz (r.). Quelle: afp/AFP/Erika SANTELICES (Foto: afp/AFP/Erika SANTELICES)

Zweite Gesprächsrunde in der Dominikanischen Republik beendet

Regierung und Opposition von Venezuela wollen ihre Verhandlungen über einen Ausweg aus der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise des Landes im Januar fortsetzen. Am 11. Januar solle ein Arbeitstreffen stattfinden, am 12. Januar sollten dann die Außenminister der die Gespräche begleitenden Länder dazu stoßen, erklärte der Präsident der Dominikanischen Republik, Danilo Medina, am Freitag (Ortszeit) zum Abschluss der zweiten Gesprächsrunde in Santo Domingo.

Medina sprach von "beachtlichen" Fortschritten, doch könne er diese nicht verkünden, weil es sich um ein Gesamtpaket handele. "Solange es keine globale Einigung gibt, können wir nichts verkünden", sagte er nach den rund acht Stunden währenden Verhandlungen. Mehrere Länder wie Chile, Mexiko und Bolivien sowie der frühere spanische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero begleiten den Dialogprozess.

Chiles Außenminister Heraldo Muñoz äußerte die Hoffnung, dass es am 12. Januar zu einer Einigung komme.

Vor Beginn der Gespräche hatten Vertreter der venezolanischen Regierung erklärt, sie würden keine Einigung unterzeichnen und es werde keine Präsidentschaftswahl 2018 geben, wenn nicht die USA zuvor ihre Wirtschaftssanktionen gegen Caracas aufhöben. Das US-Außenministerium erklärte daraufhin in Washington, dafür müssten erst "die Demokratie und die verfassungsrechtliche Ordnung" in Venezuela wiederhergestellt werden.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht Präsident Nicolás Maduro für die Misere verantwortlich. Bei Massenprotesten gegen die Regierung wurden zwischen April und Juli 125 Menschen getötet. Teile der Opposition lehnen die Verhandlungen mit der Regierung ab.


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