16.12.2017, 17:10 Uhr

Wien (AFP) Rechtspopulistische FPÖ übernimmt Schlüsselressorts in Österreichs Regierung

Van der Bellen, Kurz und Strache (v.l.n.r.). Quelle: AFP/ALEX HALADA (Foto: AFP/ALEX HALADA)Van der Bellen, Kurz und Strache (v.l.n.r.). Quelle: AFP/ALEX HALADA (Foto: AFP/ALEX HALADA)

Sieben Ministerposten für die ÖVP - sechs für die FPÖ

Nach der Einigung der rechtskonservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich auf einen Koalitionsvertrag haben die beiden Parteien am Samstag die Verteilung des Kabinettsposten bekannt gegeben. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ÖVP-Vorsitzenden Sebastian Kurz in Wien, seine Partei stelle die Minister für Inneres, Äußeres und Verteidigung.

Er selbst übernehme zudem das Amt des Vize-Kanzlers. Außerdem sei er für Beamte sowie für Sport zuständig. Das Innenministerium leitet künftig der 49-jährige Herbert Kickl, der als "graue Eminenz" der FPÖ gilt. An der Spitze des Außenministeriums steht die 52-jährige Nahost-Spezialistin Karin Kneissl, die zwar kein FPÖ-Mitglied ist, aber die Parteilinie unter anderem in ihrer ablehnenden Haltung zu Einwanderung und Flüchtlingen vertritt.

Den Posten des Verteidigungsministers übernimmt der 41-jährige Mario Kunasek, Chef der FPÖ in der Steiermark. Das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr leitet der 46-jährige Norbert Hofer. Er war 2016 als FPÖ-Präsidentschaftskandidat nur knapp dem den Grünen nahestehenden Alexander Van der Bellen unterlegen. Mit Beate Hartinger als Ministerin für Soziales und Gesundheit stellt die FPÖ ein weiteres weibliches Kabinettsmitglied.

Den sechs FPÖ-Ministern stehen sieben der ÖVP entgegen. Diese stellt außerdem mit ihrem Chef, dem 31-jährigen bisherigen Außenminister Kurz, den Bundeskanzler. Kanzleramtsminister der ÖVP für EU, Medien, Kunst und Kultur ist Gernot Blümel. Das Finanzministerium leitet künftig Hartwig Löger, das Wirtschaftsministerium Margarete Schramböck. Für Bildung, Universitäten und Kindergärten ist Heinz Faßmann zuständig, für Frauen und Familie Juliane Bogner-Strauß. An der Spitze des Ministeriums für Justiz und Staatsreform steht Josef Moser. Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt wird Elisabeth Köstinger.


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