14.12.2017, 16:10 Uhr

Berlin (AFP) Zahl der Luchse in Deutschland steigt

Inzwischen mehr als hundert freilebende Luchse in Deutschland. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold)Inzwischen mehr als hundert freilebende Luchse in Deutschland. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold)

WWF: Bis zu 130 freilebende Tiere pirschen durch die Wälder

Die Zahl der Luchse in Deutschland steigt. Nach Schätzungen des WWF pirschen derzeit hundert bis 130 Tiere durch die Wälder, wie die Umweltschutzorganisation am Donnerstag in Berlin mitteilte. Sowohl im Harz als auch im Bayerischen Wald wurden in diesem Jahr mehr Luchse nachgewiesen als Vorjahr. Auch im Pfälzerwald wächst die Population. Dort wurden seit 2016 neun Tiere freigelassen.

Dennoch bleibt dem WWF zufolge offen, ob der Luchs dauerhaft wieder seine Heimat in Deutschland findet. Wilderei und Straßenverkehr machten den Tieren das Überleben weiter schwer.

Allein in Bayern seien zwischen 2010 und 2017 mindestens sechs Luchse geschossen, vergiftet oder auf andere Weise getötet worden. Weitere 14 Tiere seien spurlos verschwunden. Nach wie vor laufen die Untersuchungen zu einem Tatverdächtigen im Bayerischen Wald, bei dem vor fast genau einem Jahr im Rahmen einer Hausdurchsuchung Waffen und Teile von Luchsen sichergestellt wurden.

"Luchse sind streng geschützt, ihre Tötung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwere Straftat", erklärte Diana Pretzell vom WWF. Die Organisation fordert daher unter anderem eine nationale Wildtierbehörde und Stabsstellen bei den zuständigen Landeskriminalämtern oder Umweltministerien. Zudem sollten tot aufgefundene Luchse - ähnlich wie Wölfe - grundsätzlich kriminologisch untersucht werden, um die Todesursache eindeutig zu ermitteln.

Luchse gründen in der Regel nur dort Reviere, wo bereits andere Artgenossen vorkommen. Daher helfen Wiederansiedlungsprojekte in Regionen wie dem Pfälzerwald, die den Tieren ausreichend zusammenhängende Waldfläche bieten, wie der WWF berichtete. Die Organisation unterstützt entsprechende Projekte in den Bundesländern.


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