14.12.2017, 11:49 Uhr

Berlin (AFP) Drei von vier Weihnachtsbäumen mit Pestiziden belastet

Tannenbaumplantage. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Frank Molter (Foto: dpa/AFP/Archiv/Frank Molter)Tannenbaumplantage. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Frank Molter (Foto: dpa/AFP/Archiv/Frank Molter)

"Jede Menge Herbizide, Insektizide und Fungizide" werden in Plantagen eingesetzt

Drei von vier Weihnachtsbäumen sind einer Stichprobe der Umweltorganisation BUND zufolge mit Pestiziden belastet. Am häufigsten wurde das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt, das schädlichste zurzeit in der EU zugelassene Pestizid, wie der BUND am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Organisation ließ 17 Weihnachtsbäume auf knapp 140 Pestizide untersuchen. Bei 13 Bäumen - 76 Prozent - wurden die Experten fündig.

Problematisch ist das vor allem für die Umwelt, wie der BUND erklärte: Die Gifte gelangten in Böden und Gewässer, schädigten Insekten und zerstörten auch Nahrungsquellen und Lebensräume weiterer Nützlinge. "Nicht zu vernachlässigen" seien jedoch auch mögliche gesundheitliche Auswirkungen auf Menschen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Pestizide in geschlossenen und beheizten Räumen in die Raumluft ausdünsten. Der BUND riet zum Kauf von Bio-Weihnachtsbäumen der Anbauverbände Bioland, Naturland oder Demeter.

"In Weihnachtsbaumplantagen werden jede Menge Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt. Auffällig und beunruhigend ist die hohe Mehrfachbelastung, viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt", erklärte die BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Mehr als die Hälfte der getesteten Bäume war demnach mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, ein Baum enthielt sogar Rückstände von vier Pestiziden.


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