14.12.2017, 08:43 Uhr

Washington (AFP) US-Außenministerium relativiert Tillersons Nordkorea-Vorstoß

Tillersons Vorstoß stieß im Weißen Haus auf Widerspruch. Quelle: AFP/Archiv/MANDEL NGAN (Foto: AFP/Archiv/MANDEL NGAN)Tillersons Vorstoß stieß im Weißen Haus auf Widerspruch. Quelle: AFP/Archiv/MANDEL NGAN (Foto: AFP/Archiv/MANDEL NGAN)

Guterres und Abe rufen zu Dialog über Ende von Pjöngjangs Atompolitik auf

Nach Widerspruch aus dem Weißen Haus hat das US-Außenministerium die Aussagen von Minister Rex Tillerson zum Atomkonflikt mit Nordkorea relativiert. Tillerson habe keine neue Strategie verkündet, sagte Sprecherin Heather Nauert am Mittwoch (Ortszeit). Die USA seien weiter offen für einen Dialog mit Nordkorea, wenn das Land zur Aufgabe seiner Atom- und Raketentests bereit sei. Doch sei "eindeutig" derzeit nicht die Zeit für derartige Gespräche.

In dieser Frage gebe es keinen Unterschied zwischen Ministerium und Weißem Haus, fügte Nauert hinzu. Tillerson hatte sich am Dienstag erstmals offen für direkte Gespräche "ohne Vorbedingungen" mit Pjöngjang gezeigt. "Lasst uns einfach treffen und meinetwegen über das Wetter reden", sagte der Außenminister. "Es ist nicht realistisch zu sagen, wir reden nur, wenn ihr vorher euer Programm aufgebt." Zugleich aber bekräftigte er, dass die USA Pjöngjang notfalls zwingen würden, seine Atomwaffen aufzugeben.

Einen Tag später wies der Nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster Tillersons Vorstoß zurück. Einziges Ziel sei ein Ende der Atompolitik Pjöngjangs, "Gespräche mit Nordkorea können kein Selbstzweck sein", sagte der Berater von US-Präsident Donald Trump auf einer Konferenz des Forschungsinstituts Jamestown Foundation. Er fügte hinzu, Tillerson habe mit seinen Äußerungen nur deutlich machen wollen, dass sich Washington auf keine Erpressungsversuche der nordkoreanischen Führung einlassen werde.

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang haben sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un lieferten sich scharfe Verbalattacken, während Nordkorea ungeachtet von UN-Sanktionen seine Atom- und Raketentests fortsetzte. Anfang September nahm Pjöngjang nach eigenen Angaben seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vor.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte am Donnerstag vor einem Krieg wegen des Atomstreits mit Nordkorea. "Das Schlimmste, was uns allen passieren könnte, dass wir blind in einen Krieg mit möglicherweise sehr dramatischen Umständen stolpern", sagte Guterres bei einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe in Tokio.

Er rief zur umfassenden Umsetzung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea und zu diplomatischen Bemühungen zugunsten einer friedlichen Lösung des Konflikts auf. Ähnlich äußerte sich auch Abe.


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