13.12.2017, 11:05 Uhr

Berlin (AFP) Regierungsbeauftragter Beck fordert sensibleren Umgang mit Opferangehörigen

SPD-Politiker Kurt Beck. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Britta Pedersen (Foto: dpa/AFP/Archiv/Britta Pedersen)SPD-Politiker Kurt Beck. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Britta Pedersen (Foto: dpa/AFP/Archiv/Britta Pedersen)

Anlaufstellen bereits am Tatort - Abschlussbericht im Kabinett vorgestellt

Knapp ein Jahr nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz hat der Hinterbliebenenbeauftragte Kurt Beck einen deutlich sensibleren Umgang der Behörden mit Angehörigen von Opfern gefordert. Polizei und Rettungsdienst müssten bereits unmittelbar nach einem Attentat schon "vor Ort" eine Anlaufstelle für die Betroffenen einrichten, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Man muss die Menschen aufnehmen."

Beck riet der Bundesregierung nach eigenen Angaben außerdem zu einer "deutlichen Anhebung" der finanziellen Hilfen für Angehörige und Opfer. Diese hatte den ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten im März zum Beauftragten der Opfer und Hinterbliebenen des schweren Anschlags mit zwölf Toten ernannt.

Becks Auftrag lautete unter anderem, zwischen den Hinterbliebenen und Behörden zu vermitteln und ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Am Mittwoch legte er dem Bundeskabinett in Berlin seinen Abschlussbericht vor und machte Vorschläge für eine bessere Unterstützung.

Familien von Todesopfern hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Regierung jüngst in einem offenen Brief scharf kritisiert und mangelnde Unterstützung beklagt. CDU und SPD im Bundestag kündigten bereits einen fraktionsübergreifenden Antrag zur Verbesserung des Opferschutzes an. Auch Grüne und FDP sind mit dabei. Er soll am Mittwoch im Parlament beraten werden.

Bei dem Anschlag am 19. Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri einen Lastwagen auf dem Weihnachtsmarkt gesteuert. Zwölf Menschen starben, etwa 70 weitere wurden verletzt. Es war der bislang schwerste islamisch motivierte Anschlag in Deutschland.


0 Kommentare