13.12.2017, 01:12 Uhr

Berlin (AFP) Zeitung: Opferbeauftragter Beck fordert höhere Entschädigungen nach Anschlägen

Blumen am Anschlagsort auf dem Breitscheidplatz. Quelle: dpa/AFP/Michael Kappeler (Foto: dpa/AFP/Michael Kappeler)Blumen am Anschlagsort auf dem Breitscheidplatz. Quelle: dpa/AFP/Michael Kappeler (Foto: dpa/AFP/Michael Kappeler)

Abschlussbericht enthält acht Verbesserungsvorschläge

Der Beauftragte für die Opfer und Hinterbliebenen des Anschlags vom Berliner Breitscheidplatz, Kurt Beck (SPD), hat laut einem Medienbericht eine "deutliche" Erhöhung der Entschädigungen für Opfer und Hinterbliebene nach einem Anschlag gefordert. 10.000 Euro für den Verlust naher Angehöriger wie Kinder oder Ehepartner seien "zu niedrig", heißt es laut den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben) in dem Abschlussbericht.

Beck will am Vormittag gemeinsam mit Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) eine Bilanz seiner Arbeit ziehen. Der SPD-Politiker und frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz war im März von der Bundesregierung zum Opferbeauftragten ernannt worden.

In seinem Abschlussbericht macht Beck dem Bericht zufolge acht Verbesserungsvorschläge für die Reaktion der Behörden nach einem Anschlag, darunter die Einrichtung von Anlauf- und Betreuungsstellen unmittelbar am Tatort. Auch schlägt er die Ernennung von Opferbeauftragten in Bund und Ländern vor, die im Krisenfall schnell reagieren und alle Anträge auf Leistungen von einer zentralen Stelle abwickeln könnten. Kritik übt Beck am Umgang der Polizei mit den Betroffenen. Manche Hinterbliebenen hätten sich von den Beamten "mehr Sensibilität gewünscht", heißt es laut den Funke-Zeitungen in dem Abschlussbericht.

Maas warb dafür, Becks Vorschläge zügig umzusetzen. "Die Bundesregierung darf die Verletzten und Hinterbliebenen eines Anschlags nicht alleine lassen", sagte er den Funke-Zeitungen. In der "Berliner Zeitung" sprach sich Maas dafür aus, "dringend" eine mögliche Erhöhung der finanziellen Hilfen für Verletzte und Hinterbliebene nach einem Anschlag zu überprüfen.

Bei dem Anschlag am 19. Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri den Lastwagen gezielt in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Dabei starben zwölf Menschen, etwa 70 weitere Menschen wurden verletzt. Im Bundestag wird ebenfalls am Mittwoch über einen gemeinsamen Antrag von Union, SPD, FDP und Grünen zur Verbesserung des Opferschutzes beraten.

Angehörige der Opfer vom Breitscheidplatz hatten in einem offenen Brief scharfe Kritik am Umgang der Behörden mit den Hinterbliebenen geübt.


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