12.12.2017, 23:38 Uhr

Paris (AFP) "Le Figaro": Airbus-Chef Enders will Vertrag nicht über 2019 hinaus verlängern

Konzernchef Enders . Quelle: AFP/Archiv/Aurore Belot (Foto: AFP/Archiv/Aurore Belot)Konzernchef Enders . Quelle: AFP/Archiv/Aurore Belot (Foto: AFP/Archiv/Aurore Belot)

Verwaltungsrat des Flugzeugbauers kommt am Donnerstag zusammen

Airbus-Chef Tom Enders will einem Medienbericht zufolge seinen Vertrag nicht verlängern. Der deutsche Konzernchef habe dem Elysée-Palast mitgeteilt, dass er nach Ablauf seines derzeitigen Mandats im Mai 2019 abtreten werde, berichtete die französische Zeitung "Le Figaro" am Dienstag. Die Entscheidung solle am Donnerstag auf der Sitzung des Verwaltungsrats bestätigt werden. Enders wollte dies auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht bestätigen.

Weder die französische Presse, noch die französische oder eine andere Regierung entschieden über seine Zukunft, sagte Enders der AFP. Die Entscheidung treffe entweder der Verwaltungsrat oder er selbst, und "idealerweise" werde die Entscheidung von beiden Seiten "im Konsens" getroffen. Sein Vertrag laufe bis 2019, und auf diese Zeitspanne konzentriere er sich.

Ein Airbus-Sprecher bezeichnete den Zeitungsbericht als "reine Spekulation". Es sei "noch keine Entscheidung getroffen worden", sagte er zu AFP. Der Elysée-Palast wollte den Bericht nicht kommentieren.

Enders steht seit 2012 an der Spitze des europäischen Flugzeugbauers. Dem "Figaro" zufolge steht sein Verzicht auf ein weiteres Mandat im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre um Airbus, die seine Stellung geschwächt habe. In der Affäre geht es um den Verdacht der Bestechung ausländischer Beamter sowie um Geldwäsche-Vorwürfe. Enders war im Oktober als Zeuge vernommen worden.

Airbus hatte sich im Jahr 2016 bei der britischen Antikorruptionsbehörde SFO selbst angezeigt. Parallel durchleuchten auch französische und deutsche Behörden das Unternehmen. Dabei geht es um Schmiergeldzahlungen beim Verkauf von Kampfflugzeugen, aber auch von Verkehrsflugzeugen. Enders hatte Anfang Oktober in einem Brief an die Mitarbeiter gewarnt, die Ermittlungen hätten "potenziell ernste Konsequenzen - einschließlich hoher Strafen für das Unternehmen".

Enders wehrte sich aber gegen den Vorwurf der Schmiergeldzahlungen. Dem "Handelsblatt" sagte er im Oktober, "bis zum Beweis des Gegenteils" gehe er davon, dass es definitiv keine schwarzen Kassen bei Airbus gebe.

Zugleich schloss der Vorstandschef persönliche Konsequenzen nicht aus. Er klebe nicht an seinem Job, sagte Enders dem "Handelsblatt". "Wenn ich nicht mehr Teil der Lösung bin, dann hoffe ich, dass ich das selbst erkenne und von mir aus die Konsequenzen ziehe - aber noch sehe ich den Punkt weiß Gott nicht." Für ihn zählten zwei Dinge: "Das Beste für das Unternehmen" sowie der Schutz seiner "persönlichen Reputation und Integrität".


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