12.12.2017, 09:52 Uhr

Paris (AFP) Pariser Klima-Gipfel will Zeichen gegen Trump setzen

Macron (3.v.r) mit Bill Gates und anderen privaten Akteuren. Quelle: AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT (Foto: AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT)Macron (3.v.r) mit Bill Gates und anderen privaten Akteuren. Quelle: AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT (Foto: AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT)

Macron berät mit privaten Akteuren und 50 Staats- und Regierungschefs

Zwei Jahre nach dem Pariser Weltklimaabkommen sind Vertreter aus aller Welt erneut in der französischen Hauptstadt zusammengekommen. Auf dem "One Planet Summit" (Gipfel Eine Welt) beraten rund 4000 Teilnehmer über konkrete Klimaschutz-Maßnahmen. Veranstalter sind Frankreich, die UNO und die Weltbank.

Mit dem Gipfel will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein Zeichen setzen gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump, der aus dem Pariser Klimavertrag aussteigen will. Macron erinnerte Trump in einem Interview mit dem US-Sender CBS an seine "historische Verantwortung". Die USA sind auf dem Gipfel nur mit Botschaftsangehörigen vertreten.

Macron empfing im Élysée-Palast mehrere Vertreter aus US-Wirtschaft und -Politik, die sich anders als Trump für den Klimaschutz einsetzen - darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, der eine einflussreiche Stiftung unterhält, und den früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. Am Mittag berät der französische Präsident mit rund 50 Staats- und Regierungschefs über Klimaschutz-Maßnahmen, bevor der Hauptteil des Gipfels beginnt.

Eines der Hauptthemen des eintägigen Treffens ist der Ausbau der Finanzmittel für den Klimaschutz. Dafür setzt Macron vor allem auf private Initiative. Umwelt- und Hilfsorganisationen werfen den Industriestaaten vor, zu wenig Geld zur Verfügung zu stellen. In Paris hatten sich die Länder 2015 verpflichtet, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Deutschland ist bei dem Gipfel durch Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vertreten. Sie räumte im SWR-Radio ein, dass es für Deutschland "ganz schwierig" werde, sein selbst gestecktes Klimaziel einzuhalten. Die Bundesregierung hatte sich verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Dafür müsse die künftige Regierung einen "Ausstieg aus der Kohleverstromung" auf den Weg bringen, sagte Hendricks.


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