12.12.2017, 09:27 Uhr

Köln (AFP) Neue Kölner U-Bahn fährt vorausichtlich frühstens 2026

Trümmer des eingestürzten Kölner Stadtarchivs 2009. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini (Foto: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini)Trümmer des eingestürzten Kölner Stadtarchivs 2009. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini (Foto: dpa/AFP/Archiv/Federico Gambarini)

Verzögerungen durch Gutachten für Prozess um Einsturz des Stadtarchivs

Die erforderlichen Gutachten für den Prozess um den verheerenden Einsturz des Kölner Stadtarchivs verzögern auch die Inbetriebnahme der dort geplanten neuen U-Bahnstrecke. Die Nord-Süd-Stadtbahn werde vermutlich frühstens im Jahr 2026 in Betrieb gehen können, erklärten die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) am Dienstag auf Anfrage und bestätigten damit einen Bericht der "Kölnischen Rundschau". Grund dafür sind demnach weitere Beweissicherungen an der Unglücksstelle.

Das Gebäude des Stadtarchivs in der Kölner Südstadt, eines der bedeutendsten Kommunalarchive Europas, war bei den U-Bahnbauarbeiten im März 2009 zusammengestürzt und hatte zwei Nachbarhäuser mit in die Tiefe gerissen. Zwei Anwohner kamen bei dem Einsturz ums Leben. Es entstand zudem ein Schaden in Milliardenhöhe. Ab Mitte Januar müssen sich wegen des Unglücks sechs Angeklagte wegen wegen fahrlässiger Tötung und teilweise wegen Baugefährdung vor dem Landgericht Köln verantworten.

Der Gutachter für das Verfahren beantragte laut KVB, eine Beweissicherung bis zu einer tief liegenden Braunkohleschicht vorzunehmen. Damit könne diese voraussichtlich erst im Jahr 2019 abgeschlossen werden. Sofern keine weitere Anträge in dem Prozess kämen, könne das Bauwerk im Jahr 2020 verfüllt werden. Die anschließende Sanierung werde rund vier bis fünf Jahre dauern.

Der Zeitplan für den U-Bahnbau werde bestimmt durch den Gutachter des Landgerichts, erklärte die KVB. Doch so sehr das Unternehmen die Zeitverzögerung bedaure und an einer frühzeitigen Gesamtinbetriebnahme interessiere sei: "Die zweifelsfreie und eindeutige Ursachenermittlung hat aufgrund der außerordentlichen Schadenshöhe Vorrang."


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