11.12.2017, 20:36 Uhr

New York (AFP) Anschlagsversuch in New York geht relativ glimpflich aus

Polizeipatrouille nach der Detonation in Manhattan . Quelle: AFP/Bryan R. Smith (Foto: AFP/Bryan R. Smith)Polizeipatrouille nach der Detonation in Manhattan . Quelle: AFP/Bryan R. Smith (Foto: AFP/Bryan R. Smith)

Drei Leichtverletzte - Täter festgenommen

Erneut ist New York zur Zielscheibe eines mutmaßlichen Terroraktes geworden. Mitten in der morgendlichen Rush Hour detonierte am Montag im Stadtteil Manhattan ein Sprengsatz, den ein Mann am Körper trug. Tote gab es jedoch nicht. Drei Passanten wurden leicht verletzt. Auch der Täter überlebte mit Verletzungen und wurde festgenommen.

Bürgermeister Bill de Blasio sprach vom "Versuch eines terroristischen Anschlags". "Gott sei Dank hat der Täter seine endgültigen Ziele nicht erreicht", fügte er hinzu. US-Präsident Donald Trump wurde am Morgen umgehend über den Vorfall informiert, wie das Weiße Haus mitteilte.

Der Täter wurde von der Polizei als der 27-jährige Akayed Ullah identifiziert. Laut Medienberichten soll er aus Bangladesch stammen und als Taxifahrer gearbeitet haben. Der Mann sei im Jahr 2011 in die USA eingewandert, teilte das Weiße Haus mit.

Ullah sei durch extremistisch-islamistische Propaganda im Internet "beeinflusst" worden, sagte der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo. Zum Glück sei der Sprengsatz nur "teilweise detoniert" und habe damit nicht die vom Täter erhoffte Wirkung gehabt, sagte Cuomo dem Sender CNN.

Der Sprengsatz war von primitiver Machart und ähnelte einer Rohrbombe, wie der New Yorker Polizeichef James O'Neill sagte. Ullah hatte sich die Vorrichtung demnach mit Klebebeband am Körper angebracht.

Der Sprengsatz detonierte um etwa 07.20 Uhr Ortszeit in einem Fußgängertunnel, der zwei U-Bahnstationen am Busbahnhof Port Authority miteinander verbindet. Der Bahnhof liegt nahe des Times Square, eine der beliebtesten Touristenattraktionen der US-Ostküstenmetropole.

Ob der Mann beabsichtigte, den Sprengsatz an genau dieser Stelle hochgehen zu lassen, war laut O'Neill zunächst unklar. In Medienberichten hatte es zuvor geheißen, die Bombe sei vorzeitig explodiert.

Der Verdächtige erlitt nach Angaben der Behörden Verbrennungen und Schnittverletzungen an Bauch und Händen. Er befand sich im Krankenhaus. Die drei Opfer trugen nach Angaben von Feuerwehrchef Dan Nigro nur leichtere Verletzungen davon. Sie litten demnach unter Ohrensausen und Kopfschmerzen.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten, wie nach der Explosion Panik in dem Tunnel ausbrach und Passanten davonrannten. Zu sehen ist auch der nach der Detonation am Boden liegende Täter.

Der Port-Authority-Bahnhof wurde nach der Explosion rasch evakuiert, die Zone abgesperrt. U-Bahnzüge hielten mehrere Stunden lang an dem Bahnhof wie auch am Times Square nicht mehr an.

Erst im Oktober war in Manhattan ein Anschlag verübt worden, bei dem acht Menschen getötet wurden. Dabei fuhr ein Mann mit einem Kleintransporter auf einem Radweg. Der festgenommene Täter, ein 29-jähriger Usbeke, gab sich als Gefolgsmann der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus. Es handelte sich um den ersten Terroranschlag in New York mit Todesopfern seit dem 11. September 2001.


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