10.12.2017, 11:34 Uhr

Jackson (AFP) Proteste gegen Eröffnung von Bürgerrechtsmuseum durch Trump

Trump eröffnet Bürgerrechtsmuseum in Mississippi. Quelle: AFP/Nicholas Kamm (Foto: AFP/Nicholas Kamm)Trump eröffnet Bürgerrechtsmuseum in Mississippi. Quelle: AFP/Nicholas Kamm (Foto: AFP/Nicholas Kamm)

US-Präsident findet anerkennende Worte für Martin Luther King

US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende im US-Bundesstaat Mississippi ein Museum zum Gedenken an Opfer von weißem Rassismus eröffnet - begleitet von Protesten gegen seine Politik. In einer kurzen Rede, die er vor der Museumseröffnung in Jackson hielt, sagte Trump, die Sammlung des Museums spiegele "die Unterdrückung, Grausamkeit und Ungerechtigkeit gegenüber der afroamerikanischen Gemeinde" und "den Kampf gegen die Sklaverei". Die demokratischen Politiker John Lewis und Bennie Thompson sowie der Bürgermeister von Jackson, Chokwe Antar Lumumba, boykottierten die Veranstaltung.

"Wir wollen, dass unser Land ein Ort ist, an dem jedes Kind jeglicher Herkunft frei von Angst und Hass und umringt von Liebe, Chancen und Hoffnung aufwachsen kann", unterstrich Trump am Samstag anlässlich der Eröffnung des Bürgerrechtsmuseums (Civil Rights Museum) von Mississippi und des angrenzenden Historischen Museums.

Trump sagte einige würdigende Worte über den 1968 ermordeten Martin Luther King, eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung. King sei eine Persönlichkeit gewesen, die er sein "ganzes Leben lang bewundert" habe, sagte der Präsident. Via Twitter merkte Trump später an, die Ausstellung in Jackson trage dazu bei, die Erinnerung an die "Helden der Vergangenheit" wachzuhalten, sie ermutige zudem dazu, sich für eine "Zukunft in Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen".

Die Stadt Jackson hat einen hohen Symbolwert für die Bürgerrechtsbewegung in den USA. Anfang der 1960er Jahre gab es dort eine breite Bewegung zivilen Ungehorsams mit dutzenden von Kundgebungen und Protestmärschen.

Der afroamerikanische Kongressabgeordnete Lewis hatte am Freitag zur Begründung für sein Fernbleiben gesagt, die Teilnahme Trumps an der Eröffnung und dessen "schmerzhafte Politik" seien "eine Beleidigung für die Menschen, die in diesem Bürgerrechtsmuseum vorgestellt werden". Auch die afroamerikanische Bürgerrechtsgruppe NAACP (Association for the Advancement of Colored People) blieb der Veranstaltung fern. In Jackson gab es zudem Proteste gegen Trumps Auftritt. Der Präsident ging nicht auf den Boykott ein, er hielt sich an die Redevorlage.

Trumps Wahlkampf sowie sein erstes Amtsjahr waren von mehreren Kontroversen über Rassismus geprägt. In die Kritik geriet Trump insbesondere wegen seiner Reaktion auf die rassistische Gewalt in Charlottesville im Bundesstaat Virginia im Sommer. Trump löste damals eine Welle der Empörung, weil er rechtsextreme Angreifer und linke Gegendemonstranten wiederholt in einem Atemzug nannte.


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