09.12.2017, 16:13 Uhr

Berlin (AFP) Siedlung Alwine in Brandenburg für 140.000 Euro versteigert

Brandenburgische Siedlung Alwine unter dem Hammer. Quelle: AFP/Archiv/Tobias Schwarz (Foto: AFP/Archiv/Tobias Schwarz)Brandenburgische Siedlung Alwine unter dem Hammer. Quelle: AFP/Archiv/Tobias Schwarz (Foto: AFP/Archiv/Tobias Schwarz)

Anonymer Käufer "möchte etwas Gutes tun" für den kleinen Ort

"Zum Wohle der Einwohner" von Alwine hat ein Unbekannter die heruntergekommene Siedlung in Brandenburg für 140.000 Euro gekauft. Der anonyme Käufer, der die Summe per Telefon bot, "möchte etwas Gutes tun", berichtet Matthias Knake, der Vorstand des Auktionshauses, das mit der Versteigerung von Alwine beauftragt war. Nur soviel gibt er zunächst noch preis: Der Käufer kommt direkt aus Berlin, und er will sich bald mit dem Bürgermeister treffen.

In Alwine, einer von Wald umgebenen Ansiedlung teils verfallener und sanierungsbedürftiger Häuser, leben noch etwa 20 Menschen, zumeist im Rentenalter. Für sie ist "das Allerwichtigste", dass nun erste Sanierungsarbeiten beginnen, sagt Peter Kroll, der ehrenamtliche Ortsvorsteher von Domsdorf, zu dem Alwine gehört. Die Wohnungen müssten wieder "bewohnbar und wohnlich werden" - vom Dach bis zum Keller.

Kroll ist gespannt, was für eine Person da vor ihn treten wird, "was hat sie vor" - "und was denken wir davon". Die Bewohner hätten natürlich Angst, dass der Käufer der Siedlung sie zur Räumung auffordere. Doch der Ortsvorsteher zeigt sich optimistisch: "Wir hoffen auf Positives", sagt er am Samstag nach der Versteigerung in Berlin.

"Wirklich schwierig" sei die Suche nach einem Käufer gewesen, berichtet Auktionshaus-Vorstand Knake. Viele potenzielle Kunden seien vor Ort gewesen - und hätten dann Abstand genommen, weil sie den Sanierungsaufwand scheuten. Die riesige öffentliche Aufmerksamkeit hat aber geholfen: Aus der ganzen Welt seien Anfragen gekommen, noch in der Nacht vor der Auktion habe jemand aus Indien sich erkundigt. Ortsvorsteher Kroll hofft deshalb auch auf baldigen Touristenbesuch.

Alwine gehörte bis zur Wiedervereinigung einer nahe gelegenen Fabrik für Kohlebriketts. Bald nach der Wende schloss die Fabrik, vor allem die jungen Menschen zogen fort. Im Jahr 2000 dann kauften zwei Brüder Alwine zum symbolischen Preis von einer D-Mark, stoppten den Verfall aber nicht. Einer der beiden starb, weshalb das Dorf verkauft wurde. 125.000 Euro waren das Mindestgebot - der anonyme Käufer war der einzige Bieter.


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